
Gemeinsam mit der Initiative DAS SPRECH rufen wir das Projekt „sophrosyne“ aus und spüren auf künstlerische Weise einer „Intelligenz der Ruhe“ nach. Auch bei sophrosyne wird ein mobiles Text-, Ton- und Denkstudio Umgebungen bespielen, wo praktisch irgendwann einmal „alle auf alle“ treffen, dort, wo sie ihre Displays abschalten können, Worte wechseln und einander Fragen stellen – ohne einen künstlichen Geist ohne Seele dafür zu beauftragen. Man hält ein, blickt auf, hält inne, agiert besonnen, nimmt sich Zeit und lässt selbständigen Gedankengängen freien Lauf. Ohne Feindbilder, ohne übernommene Worthülsen. Vielleicht kann auf diese Weise ein substanzieller Diskurs über menschliche Grundbedürfnisse beginnen. Das Wichtigste dabei ist wohl das Sich-Zeit-Nehmen. Auch in Krisenzeiten. Immer sollte Zeit für Zeit sein. Für Zeit und ihre Stücke.
ZEITSTÜCKE – Module in einem größeren Ganzen
Es ist wie beim Wettlauf von Achilles und der Schildkröte. Je mehr man sich in das Thema Zeit vertieft, desto mehr Ebenen breiten sich aus. Und eine künstlerische Herangehensweise vervielfacht die Möglichkeiten ein weiteres Mal. Insbesondere die Entstehungsphase des gecko art-Audiofeatures VERABREDUNGEN MIT DEM WESEN DER ZEIT (2022/23) ließ vermuten, dass das Thema Zeit im Kontext mit menschlicher Wahrnehmung noch lange nicht ausgeschöpft war.
Wenn man einmal damit beginnt, entsteht das Gefühl, sich unentwegt mit „Anfängen“ auseinanderzusetzen. So wie Achilles die Schilddkröte niemals einholen kann, weil er unabzählbar viele immer kleiner werdende Wegeinheiten überwinden muss, geht es dem gecko art-Team, wenn es sich „mit Zeit verabredet“.
Im Zeitraum 2016 bis 2025 entstanden zwölf Projekte in Form von künstlerisch-dramaturgischen „ZEITSTÜCKEN“, durch die sich ein roten Faden zu ziehen schien. Das Team suchte und analysierte – und es wurde fündig: Achilles hat uns zwar nicht ans Ziel, aber zumindest zu den Alten Griechen gebracht. Die schöpferische (und zugleich unerschöpfliche) Quelle war „sophrosyne“.
Momente aus den ZEITSTÜCKEN ENGEL 3.0, GRAMMATIK DER STILLE und CHRONONIMA
… Ein Projekt ist in Vorbereitung …
Das Projekt „SOPHROSYNE – Und es gibt sie doch, die Intelligenz der Ruhe“
Unter genau diesem Titel und dieser Behauptung wird das gecko art-Team mit der Initiative DAS SPRECH in partizipativer und künstlerischer Form erkunden, welche Potenziale dem menschlichem Geist innewohnen. Der Zugang des Teams ist die partizipative und künstlerische Form.
Was kann geschehen, wenn der Geist NICHT auf schnelle und oft extrem nivellierende Lösungen hin getrimmt wird? Letztere können gut und gern auf elektronische oder quantenmechanische Prozesse ausgelagert werden. In manchen Bereichen wird man nicht auf sie verzichten können.
Somit bahnt sich ein ZEITSTÜCK 13 an, in welchem so etwas wie eine „Intelligenz des Bedenkens, der Einstellung und der Haltung“ den Ton angibt. Projektzeit soll März bis September 2026 sein.
> AUDIO Theme of Sophrosyne auf cba.media
Nun, mit einer „Intelligenz der Ruhe“ kann man gewiss keine Wettläufe gewinnen, aber sehr wohl kann man damit das Gefühl für Suffizienz stärken (Suffizienz wäre der Aufwand für jenes Ausmaß an Gütern und Prozessen, die für die Aufrechterhaltung der menschlichen Grundbedürfnisse absolut notwendig sind). Die Kunst – sei es dramaturgisch oder bildnerisch – kann da äußerst hilfreich sein – und wird es auch.
Siehe auch Projektseite von „SOPHROSYNE“ am SPRECH-Web.

Einige Worte für das Wort sophrosyne
Das altgriechische „sophron“ bezeichnet ein Besonnen-Sein, ein Vernüftig-Sein, in manchen Kontexten auch „Weise-Sein“. „sophrosyne“ durchstreift über mindestens sechs Jahrhunderte die Philosophie der Alten Griechen und Römer und lebt weiter bis in neuzeitliche Diskurse.
Für „sophrosyne“ gibt es zahlreiche Übertragungen. Meist ist „Mäßigung“ zu finden, aber auch Ausgewogenheit, „Fels in der Brandung“, Zurückhaltung bei vorschnellem Urteilen, Klugheit, Verstand, Bescheidenheit, Gelassenheit und die bereits erwähnte Besonnenheit.

EINE FIGUR IN SCHRÄGLAGE als unsymmetrische Projektbegleitung: Leonardo da Vinci’s Zeichnung des Ideals eines „Vitruvianischen Menschen“ wird ein Holzmodell mit dem Titel „MENSCH.SCHRÄG.“ gegenübergestellt. Darin ist nichts idealtypisch konstruiert. Bei MENSCH.SCHRÄG. geht es um die beispiellose Nicht-Vermessbarkeit der individuellen und kollektiven menschlichen Existenz generell.
VORGESEHENE AKTIVITÄTEN – Gesprächsrunden und „ExpoFormances“
Das Holzmodell wird ab dem Frühjahr 2026 unter dem Motto „Ruhe durch Intelligenz – Intelligenz durch Ruhe“ bei mehreren Gesprächsrunden und Stadtwanderungen vor Ort sein. Auch Treffen in ausgewählten Wiener Kultureinrichtungen sind zu diesem Thema vorgesehen. Interessierte Personen sind herzlich eingeladen, sich – per Anmeldung – an den Diskussionen zu beteiligen. Termine werden ab Mitte März auf der Projektseite der Initiative DAS SPRECH bekanntgegeben.
Im gesamten Projektzeitraum (März bis September 2026) wird es explorative Aktionen im öffentlichen Raum geben. Unterschiedliche, auch gänzlich unspektakuläre Orte – und Nicht-Orte – können in einer jeweils kleinen Gruppe von Personen „angedacht, bedacht und vorgedacht“ werden.
Es sollen Texte, Audioaufnahmen, bildnerische und dramaturgische Formate entstehen. SOPHROSYNE ist gleichzeitig Première der „ExpoFormance“, eines Mehrfachformats bestehend aus Performance, Lesung, Sound-Art und Ausstellung.
Für nähere Informationen bzw. Teilnahme an den partizipativen Projektteilen nehmen Sie bitte mit uns KONTAKT auf.
„SOPHROSYNE – Und es gibt sie doch, die Intelligenz der Ruhe“ – ein Projekt der Initiative DAS SPRECH in Kooperation mit der Künstlergruppe gecko art.
