gecko art Projekte

„Das Hörspiel kommt zu den Menschen“. Mit dieser Ansage zur Audiomobilität des gecko art-Duos entwickelten sich in den letzten 25 Jahren unterschiedliche, meist performative Konzepte, um aus den schalltrockenen Studios herauszukommen, das Nötigste an Tonequipment an unterschiedlichsten Orten aufzubauen und das Format ‚Audio‘ mit dem Format ‚Theater‘ zu verbinden – z.B. in Seminarräumen, in Ausstellungshallen, in Galerien, in Zelten, in Bibliotheken, in Messehallen, in Büroräumen, in Geschäftslokalen, in Lehrwerkstätten, in Bildungseinrichtungen, in Rathäusern, auf Wiesen, in Fußgängerzonen, sogar auf Berghütten oder auf Schiffen.

gecko art-Projekten geht oftmals eine empirische Vorlaufphase voraus. Die Konzeption eines Hörspiels oder einer Audioperformance ist meist mit ästhetischer Erst-Rezeption an Orten verbunden, die „vertont“ werden sollen. Audiokoffer und Mikrofone sind fixe Bestandteile der Outdoor-Hörerkundung, die auch Stellungnahmen interessierter Personen mit einbezieht. So entwickeln sich aus Ideen partizipative Projekte mit kritisch-bewussten Teilnehmenden, die das Kunstwollen des Duos (sei es Performance, Audiokunst oder Textwerk) von innen her aufmischen und mitprägen.

Mit den Möglichkeiten von Sprache, Audiokunst und Text gestaltet das gecko art-Team themenbezogene Hörwerke (für die Bühne ebenso wie für Radio und Podcast). In seinen partizipativen und performativen Projekten zu (Stadt-)Raum, Gesellschaft, Zeit und Sprache begibt sich gecko art auf die Suche nach einem konstruktiven Miteinander, nach sozialen Unterbelichtungen, nach faktisch gelebter Offenheit und nach einem nicht enden wollenden Stimmen-Pluralismus.

gecko art-Projektbeispiele

Stadtraum: Textstreckennetz / Die Luft dieses Sommers
Gesellschaft: k(EINE) Zeit fürs Ehrenamt / PLATZ NEWS LIVE / Audio vor Ort
Zeit: Zeig mir, was Zeit ist / SEKUNDENBRUCH
Sprache: Sag’s vielen … vielen – Die Ahnungen der Bertha von S. / AM VISIO*PHON

Feature-Hörbespiel
Aktivitäten und Stationen seit 1993
Projektarchiv 1993-2020

AM VISIO*PHON – Audiostation zur Mehrsprachigkeit

Lehrlinge und junge Menschen erarbeiteten schöpferische Audiobeiträge zu Mehrsprachigkeit und zu ihren Erstsprachen. Sie schrieben Texte, nahmen diese mit den eigenen Stimmen auf und begleiteten den Audioschnitt am Rechner. Im Rahmen dieser Audiostation zur Mehrsprachigkeit (MULTILANGUAGE STATION) entstanden mehrsprachige Hörszenen, Kurzhörspiele, Audio-Informationen zu Erstsprachen und sprachlichen Besonderheiten (z.B. Wortschatz, Grammatik, Phonetik, Schrift), lyrische Sprachenmix-Beiträge, Interviews und Gesprächsrunden.

Im Projekt ging es darum, individuelle Zugänge sowie Formate für auditive Präsentationsmodule zum Thema Mehrsprachigkeit zu finden. Aus den Beiträgen wurden RADIOSENDUNGEN gestaltet, die im Juni 2018 zur Ausstrahlung kamen und mithilfe eines künstlerischen Audio-Objekts präsentiert wurden. Das Projekt AM VISIO*PHON fand in Kooperation mit KulturKontakt Austria statt.

Radio und Sprachenvielfalt

Vor allem das Medium Radio eignet sich sehr zur kreativen Sprachen-Vermittlung und zum konstruktiven Umgang mit Mehrsprachigkeit in Alltag und Gesellschaft. Man hat die Möglichkeit zuzuhören, sich via Radioapparat oder Radiowebstream einige Worte erklären zu lassen und dies noch dazu in Form eines vergnüglichen Beitrags präsentiert zu bekommen. Oft sind es einfache Redewendungen, die als Sprachbrücken meist gut funktionieren und die auch im Ohr bleiben und selbst etwas erzählen – über Sprache und über sich selbst. Schließlich ist kein Mensch einsprachig. – Und man muss ja nicht gleich eine andere Sprache perfekt sprechen können, um einfache Fragen zu stellen und kurze Antworten darauf geben zu können.

Projektpartnerschulen und Workshops

An der Audiostation zur Mehrsprachigkeit nahmen Klassen von vier Schulen mit jeweils 3 Workshoptreffen teil. Dies waren die Polytechnische Schule Im Zentrum in der Burggasse (Wien), die Landesberufsschule für Elektrotechnik (Stockerau, NÖ), die Handelsschule des Bundesblindeninstituts (Wien) sowie der Deutschförderkurs der Neuen Mittelschule Obere Augartenstraße (Wien). Die Workshops wurden jeweils mit einer Diskussionsrunde zu den Themen Mehrsprachigkeit, Kommunikation, Verständigung, persönliche Sprach-Erlebnisse und Sprachen-Lernen eingeleitet. Dies lieferte die Basis zur selbstständigen Erarbeitung von Beitragstexten durch die SchülerInnen, die sich zu kleinen Redaktionsteams zusammengeschlossen hatten. Nach Lese- und Sprechproben erfolgte die Aufnahme aller Texte und Moderationen an Audiogeräten, der gemeinsame Audioschnitt, die digitale Nachbearbeitung und schließlich die Erstellung der Gesamtsendung mit jeder Klasse.

Radiosendungen go Berlin

Alle Audio-Ergebnisse wurden im Juni 2018 im Rahmen des Festivals Schools of Tomorrow im HAUS DER KULTUREN DER WELT in Berlin einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt. Berliner SchülerInnen hatten die Möglichkeit, weitere Sprachenbeiträge zu gestalten, wobei die Audiostation zur Mehrsprachigkeit wieder neben der Fragezeichen-Skulptur (als Blickfang und „Hörfang“) aufgebaut wurde.

Nachhören der Sendungen am Podcast SPRECHEN ÜBER SPRACHEN

Sprachen und Kommunikation – Sendung aus der Landesberufsschule Stockerau
Und wenn sie sich verstehen können … – Sendung aus der Handelsschule des Bundesblindeninstituts
Sprachvergleiche, Gefühle und mehr – Polytechnische Schule Burggasse
Sprachen und Klänge – NMS Obere Augartenstraße

Zum Fragezeichen-Hörobjekt

Das VISIO*PHON – eines von mehreren gecko art-Hörobjekten – verbindet Fragestellung und Antwort mit einem visionären Aspekt, der am Objekt hörbar wird. Sprache, Sprachenvielfalt und Sprach(en)vermittlung sind dabei zentrale Elemente. Zukunft und ihre Szenarien können in Sprache durchgespielt werden. Die Frage fungiert dabei auch als Auslöser von Gespräch, Poesie und Fiktion. Oder einfach: Frage produziert Sprache, und Sprachen stellen Zukunft vor.

Und: Oft gehen Frage und Antwort keine Zweckgemeinschaft ein, meistens stehen sie im Spannungsfeld zwischen richtig und falsch und sind keines von beiden. Eine Frage kann auch im leistungsfreien Raum (be-)stehen, ist mitunter Anstoß zum Denken, zum Weiterdenken, zum Überschreiten von Grenzen (des Sagbaren, des Möglichen). Oft sind Antworten, wie man/frau weiß, nicht in passende Worte zu fassen. Gerade da bieten künstlerische, lyrisch-musikalische Texte oder auch ganze Geschichten – aber ebenso das Wandern zwischen den Sprachen – weiterführende Wege, um auf Fragestellungen zu reagieren – und damit sprachschöpferisch tätig zu sein.

          

HIER SPRICHT ZEIT – Medienmaterial

> Artikel am gecko art-Web zum Projekt HIER SPRICHT ZEIT
> Detailinfos über das Team (Evelyn Blumenau, Walter Kreuz)

Folgende Materialien stellen wir gerne für Ankündigungen bzw. Medien bereit.
Falls Sie weitere Informationen bzw. Materialien benötigen, kontaktieren Sie uns bitte.

HIER SPRICHT ZEIT / Projektinfo und Kurzinfo zur Gruppe gecko art / pdf, 0,9 MB:
HIER SPRICHT ZEIT Live_Hoerspiel geckoart 008

Bildmotiv 001 / HIER SPRICHT ZEIT (jpg, 1,5 MB / Credits: gecko art):

Bildmotiv 002 / HIER SPRICHT ZEIT (jpg, 0,8 MB / Credits: gecko art):

Bildmotiv 003 / HIER SPRICHT ZEIT (jpg, 0,8 MB / Credits: gecko art):

Bildmotiv 004 / HIER SPRICHT ZEIT (jpg, 0,3 MB / Credits: gecko art):

Bildmotiv 005 / HIER SPRICHT ZEIT (jpg, 0,4 MB / Credits: gecko art):

rück°blende°vor / 1

Unter dem Titel „rück°blende°vor / 1 – Friedrich Engels-Platz / Der Ort und sein Namensgeber“ startete im März 2017 ein Projekt mit 17- bis 18jährigen SchülerInnen des BRG Karajangasse und des TGM Wexstraße. Vor Ort suchten die Teilnehmenden nach Punkten, die in die Vergangenheit weisen. Diese wurden zu „Ausgangspunkten“ der besonderen Art und eröffneten unterschiedliche künstlerische Möglichkeiten für Text, Sprache, Ton und Bild, um Zeitstücke zu erarbeiten. rück°blende°vor wurde in Kooperation mit KulturKontakt Austria als Pilotprojekt zur Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft umgesetzt und im Oktober 2017 in den Räumlichkeiten der Gebietsbetreuung Brigittenau präsentiert.

Audiovisuelle Zeitstücke

Das Projektergebnis war ein audiovisuelles Feature sein, welches sich aus kurzen (1-3minütigen) Zeitstücken zusammensetzte, die in Kleingruppen ausgearbeitet wurden. Jedes Zeitstück bestand aus einer TONSPUR (Stimme und Sound) und einer BILDSPUR (grafische Elemente, Bildkomposition, Fotos). Bei allen Arbeitsschritten wurden die Teilnehmenden vom gecko art-Team fachlich unterstützt. Dem Projekt lag die Frage zugrunde: Kann der Gebrauch künstlerisch-audiovisueller Mittel zu einer sensibleren Wahrnehmung im öffentlichen Raum dahingehend führen, dass junge Menschen selbstständig historische Dimensionen an Orten, Gebäuden, Objekten, Brachflächen vermuten und von sich aus (ästhetisch) forschend tätig werden?

Aufrollung historischer Dimensionen

Von methodischer Seite wurden bei rück°blende°vor unterschiedliche Zugänge und Perspektiven mit künstlerisch-dramaturgischen Mitteln entwickelt, um historische Dimensionen ‚aufzurollen’, wobei diese Aufrollung vom Hier & Jetzt (d.h. von Erfahrungen der TeilnehmerInnen) ausging. Die einzelnen Zeitstücke der Teams korrelieren mit den teaminternen Zielsetzungen. Die fertig gestellte Audiovision mit ihren Zeitstücken war folglich eine Inszenierung rund um das „Forschungsobjekt Friedrich Engels-Platz“ (eine Inszenierung, die in Wechselwirkung mit Geschichte und Gegenwartserfahrung steht). Die „Erschließung“ von Geschichte nahmen BetrachterInnen vor, quasi als (mitunter auch nicht-chronologische) Quersumme aller Zeitstücke.

Ausstellung zum Projekt: Friedrich Engels-Platz / Eine audiovisuelle Spurensuche

rück°blende°vor / 1 wurde im Rahmen einer Ausstellung (Projektpräsentation mit Bild-Ton-Station) von 04. bis 13.10.2017 in den Räumlichkeiten der Gebietsbetreuung Stadterneuerung Brigittenau, GB*2/20, Allerheiligenplatz 11, 1200 Wien der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wechselwirkungen mit Gegenwartskunst am Platz

Im Dezember 2016 wurde an einem Neubau am Friedrich Engels-Platz der Schriftzug ERGREIFS ENDLICH der Konzeptkünstlerin Gertrude Moser-Wagner angebracht. Dies ist ihr Anagramm zu FRIEDRICH ENGELS und ebenso ein Aufruf, mit Bezugnahme auf den Namensgeber des Platzes die Gegenwart zu gestalten und das größtenteils funktionale Areal (Straßenbahnknoten, Unterführung, Straßenkreuzung) einer vertiefenden und historischen Betrachtungsweise zu unterziehen. Auf Basis dieses Projekts entwickelte die Gruppe gecko art ihr Konzept rück°blende°vor.

Infos und Materialien stellen wir auf Anfrage gerne bereit.

PLATZ NEWS LIVE

Sprech- und Bewegungsperformance sind die inszenatorischen Mittel in PLATZ NEWS LIVE. In „ganzkörperlichem“ Erscheinungsbild präsentieren die AkteurInnen ihre Beiträge als moderne DorftrommlerInnen mit Lesetexten und Audio-Inserts. Die Texte sind soweit strukturell und sprechinszenatorisch aufbereitet, als es Verständlichkeit & Open air-Situation erfordert: So gibt es etwa Wiederholungsmodule in Texten, akustische Überschriften als Sprech-Duett oder Diagramme als künstlerische 3D-Modelle „zum Angreifen“, die beim Beitrag zur (Live-)Veranschaulichung verwendet werden. PA-Anlage und Mikros fungieren als Bühnenbild-Requisiten vor Ort

PLATZ NEWS LIVE – Zur Entstehung der Idee

Um einer Flut von Negativ- und Katastrophenmeldungen entgegenzuwirken (worst news are best news), wird es auch bei „klassischen“ Audio- und Radioprojekten immer wichtiger, Berichte sowie Reportagen konstruktiv-informativ und respektvoll zu gestalten – um Wissen auf empathische Weise zu vermitteln, um ein Erschließen von Zusammenhängen zu ermöglichen, um mediale Beiträge so aufzubereiten, dass sie auch für Menschen verschiedenster Weltanschauungen einen Informationszugewinn darstellen.

Dies sind etwa Berichte PLUS Hintergrundinformation, grundlegendes Faktenwissen z.B. zu demokratischen Prozessen und Menschenrechten, zur Glücksarbeit, best action-Beispiele zum Abbau von Stress oder zu erfolgreicher Hilfe (z.B. nach Katastrophen), ebenso Beiträge zu Arbeitswelt, sozialen Kompetenzen, Erfahrungswissen, Mobilität, Kommunikation, Innovationen, Fertigkeiten, Gesundheit, Zufriedenheit, zwischenmenschlichen Aspekten, Empowering, Kritik, Lösungsansätzen u.v.m.).

NEWS-PERFORMANCES
Information und (die Grenzen ihrer) Inszenierung

Berichterstattung und Ankündigung benötigen stets inszenatorische Mittel. Selbst der eingangs erwähnte Dorftrommler war kostümiert, benutzte ein spezielles Schlaginstrument oder eine Glocke zur „Signation“ seines Nachrichtenblocks. Darauf folgten seine Verkündigungen, die auch feststehende Sätze einhielten (heute etwa Anmoderation bzw. Abmoderation) und die er zwischen den „News“  und Verlautbarungen vortrug.

Sprung zur Gegenwart: Newsrooms wirken wie überfrachtete Bühnenbilder (Weltkugel, Infoscreens, Fotos, Inserts, dynamisch-virtuelle Module, mit denen die ModeratorInnen nicht selten ihr Timing-Problem haben). Stehende TV-SprecherInnen sollen mitunter Aktualität und Kürze vermitteln, sitzende SprecherInnen vertiefende Aspekte in ihren Beiträgen. Und da sind dann noch das (eigentlich nicht mehr nötige) übergroße Mikrofon mit Sender-Logo und die Frontaleinstellung der AußendienstmitarbeiterInnen in „Live-Übertragung“, Hintergrundslärm inklusive. Berichterstattung oder Inszenierung aus „der Mitte des Geschehens“?

PLATZ NEWS LIVE im Juni 2017Ein kurzer Rückblick

Im Zeitraum 07.06. bis 23.06. fanden in Wien im Rahmen des WIR SIND WIEN.FESTIVALS insgesamt 30 jeweils 15 minütige News-Performances statt. Die PerformerInnen Evelyn Blumenau und Walter Kreuz kamen bereits in ihrer PLATZ NEWS-Kostümierung „als fahrende NachrichtensprecherInnen“ zu den Aktionsarealen (sie wurden bereits in den öffentlichen Verkehrsmitteln interessiert beobachtet). Eine der wichtigsten Erfahrungen war: Sich irgendwo hinzustellen und Nachrichten für zuhörende Personengruppen vorzutragen, ist in einer ZEIT VON PERSONALISIERTEN NACHRICHTENMEDIEN sowohl für PerformerInnen als auch für Publikum neu. Auch die Möglichkeit, dass Nachrichten VOR ORT im Gesprächsaustausch geteilt werden konnten (und dass dies nicht durch Fingertipp am Smartphone geschieht), wurde erst nach und nach genutzt. Die PerformerInnen fühlten sich zu manchen Zeiten tatsächlich wie historische DorftrommlerInnen, die mit ihrem Erscheinen einen Ort erst zur News Performance Area machten.

Die Neuigkeit performativ vorzutragen, wurde durchwegs selbst als Neuigkeit wahrgenommen. Und da kam es auch vor, dass einzelne Zuhörende manche Beiträge für Fake News hielten (eben wegen der Live-Situation bzw. des performativen Vortrags) und die Performance frühzeitig verließen. Doch der Großteil des Publikums blieb jeweils bis zum Ende und suchte danach fast immer das Gespräch über die vorgestellten Themen und Inhalte.

Obwohl diese Form, Nachrichten zu präsentieren, ungewohnt war, herrschte bei den Performances eine überwiegend gute Stimmung. Zugleich legten Zuhörende aber auch Ernsthaftigkeit und kritisches Interesse an den Tag. Durch die einleitenden Worte war klar, dass es sich bei der Aktion weder um ein „Theaterstück“ noch um eine „Show“ handelt, sondern dass dramaturgisch aufbereitete Information dargeboten wurde. Die Zuhörenden waren zum überwiegenden Teil sehr interessiert, reagierten auch auf Pointen oder nickten zustimmend, falls der Inhalt eines Beitrags für sie bereits bekannt war. Nach den meisten Performances entstanden ganz von selbst mit den Zuhörenden Gespräche, die sich auf die eben gehörten Nachrichtenthemen bezogen. Vor allem zeigte sich, dass das Publikum mitunter eine vertiefende Betrachtung der vorgestellten Themen wünschte. Im Rahmen von Publikumsgesprächen wurden auch manche Beiträge von PLATZ NEWS LIVE auch kritisch hinterfragt. In zwei Fällen konnten die Meldungen mit Zuhörenden gemeinsam adaptiert bzw. ergänzt werden.

Die intensive Performancezeit zeigte, dass unter Menschen ein großes Sprechbedürfnis – insbesondere im öffentlichen Raum – besteht und Gelegenheiten unterschiedlicher Art wahrgenommen werden, um sich mitzuteilen und auszutauschen. PLATZ NEWS LIVE bot hierfür eine temporäre Interaktionsmöglichkeit in Echtzeit & Echtraum, ohne dass Berührungsängste zwischen AkteurInnen und Publikum aufkamen.

STADT SPRICHT RAUM / 12 ICONS

STADT SPRICHT RAUM / 12 ICONS – Text-Bild-Präsentation

Von April bis Juni 2017 präsentierte die Gruppe gecko art ihren Text-Bild-Zyklus STADT SPRICHT RAUM / 12 ICONS. Quasi als Verdichung von künstlerischen Stadtraumprojekten an der Schnittstelle Audio, Text, Bild und Audiovision aus den letzten 5 Jahren entstand in Kooperation mit dem Verein DAS SPRECH ein Pool an Stellungnahmen, Reflexionstexten, Audiomaterial und Featurebeiträgen, die unter dem Titel STADT SPRICHT RAUM zusammengefasst sind. 

Ein kleiner Ausschnitt daraus sind Fotobearbeitungen auf quadratischen Bildflächen (Icons), deren farbliche Veränderungen und Segmentierungen der Bildinhalte aus dem Wiener Stadtraum mit poetischen Kurztexten versehen sind. STADT SPRICHT RAUM / 12 ICONS weiterlesen

Metallische Attraktivitäten: (Geladene) Dinge in der Hand

DINGE IN DER HAND, DIE SACHEN MACHEN
Vom Sich-Schützen mit dem Finger am Abzug
Ein Radiofeature der Gruppe gecko art

Nachhören des Features (auf AUDIO AM BRETT)
Anhören von Feature und Teaser (am Cultural Broadcasting Archive)

Erstausstrahlung: DO, 18.08.2016, 16.00 Uhr (O94SPEZIAL auf Radio Orange)
Rebroadcast: MI, 24.08., 11.00 Uhr, und SA, 27.08.2016, 13.00 (Radio Y, NÖ)
Dieses Radiostück wurde zum Radiopreis der Erwachsenenbildung 2015/16 nominiert.

thing001squEs sind Hörperspektiven zu Wechselwirkungen zwischen Schusswaffe und BesitzerIn. Es sind Überlegungen zum bloßen Besitzverhältnis zwischen BürgerIn und Waffe – ein Verhältnis, dessen Problematik erst bei Waffenanwendung allgegenwärtig wird und dann heftige Debatten auslöst, die nicht selten in einem Links-Rechts-Hickhack verebben. Das 22minütige Radiofeature des gecko art-Teams sucht nicht nach Schuldigen, sondern wirft grundsätzliche Fragen auf. Es sind Fragen, die privates und öffentliches Zusammenleben betreffen, Koexistenz von Menschen, von denen jeder seine Sorgen, Ängste, Verletzungen, Beleidigungen, Enttäuschungen, Bedürfnisse und so weiter (mitunter tief) in sich trägt – unabhängig von Bildungsstand, sozialer Integration oder gesellschaftlichem Status.

thing002squ„Dann zielen wir….“

flüstert das Ding im Feature seinem Besitzer ins Ohr und meint weiter: „… und DU drückst ab“. Dabei wird offen gelassen, wer oder was als Ziel dient. Vielleicht ist es nur eine Attrappe in einer von zahlreichen Übungseinrichtungen, die mit eindrucksvollen Animationen in Kellern von Waffengeschäften untergebracht sind. Und wenn man/frau (vorwiegend man – machen wir uns nichts vor) ein Ding in der Hand hält, streift man mit seinem Zeigefinger mehr oder weniger liebevoll über den Abzug, ohne ihn zu betätigen. Die Versuchung ist mitunter groß. Und so sinniert das Ding im Audiofeature weiter: „Du hast mich in der Hand – aber ich habe dich ebenfalls in der Hand!“ Allein schon diese Wechselbeziehung, diese mitunter verhängnisvolle Attraktivität, diese individuelle, wahrscheinlich uralte Verteidigungsgemeinschaft von Mensch und Waffe warf und wirft zu allen Zeiten dringliche Fragen auf. An anderer Stelle im Feature heißt es dazu: Freiheit dank Waffen oder Freiheit ohne Waffen, Sicherheit dank Waffen oder Sicherheit ohne Waffen?

Zum Audiofeature

Ausgehend von einer Newsline zu Delikten aus den Monaten Jänner bis Juni 2016, in denen private Schusswaffen eingesetzt wurden, wendet sich eine Faustfeuerwaffe mit eigener, metallisch klingender Stimme mehrmals an ihren Besitzer, um das gegenseitige Besitzverhältnis zu vertiefen („Wir sind doch schon eine geraume Zeit ein Paar“). Rund um diese Zuflüsterungen sind Überlegungen platziert, u.a. zu Sicherheit, individueller Bewaffnung, Gewaltmonopol des Staates, Selbstschutz, subjektivem Sicherheitsgefühl, zu Freiheit und Waffen, Waffenpsychologischem Gutachten. Den Abschluss bilden Notizen zu zentralen Passagen aus dem Österreichischen Waffengesetz 1996.
SprecherInnen: Evelyn Blumenau, Klaus Haberl, Barbara Stieff und Walter Kreuz
Text: Walter Kreuz
Gestaltung, Sound und Produktion: gecko art (Wien, Juli 2016)

Nach Gründen grundeln

Oft ist es ein Mix aus mehreren Parametern, der bei einer Privatperson zum Entschluss führen kann, sich zu bewaffnen. Etablierung eines persönlichen Verteidigungsmodus, gesteigerte Schutzmaßnahmen für sich und Angehörige könnten ebenso ausschlaggebend sein wie psychische Verfassung, Vertrauensverlust (in andere und/oder in den demokratischen Staat als Souverän), gefühlte Verunsicherung oder unkritischer Medienkonsum und eine Flut von Verunsicherungs-Meldungen, deren Rezeption man/frau als SeherIn, HörerIn oder LeserIn stets hinterherhinkt. Diese Liste könnte wohl beliebig fortgesetzt werden.

thing003squWaffe im Haus, Waffe in der Öffentlichkeit

Was bedeuten Schusswaffenbesitz und Schusswaffenverfügbarkeit für eine Person, für ihre Familie, für ihren Freundeskreis, für die Öffentlichkeit? Wo soll dieses Ding – gesetzeskonform – zuhause aufbewahrt werden? Verändert der Besitz einer Waffe einen Menschen? Verändert er die Kommunikation, verändert er das Streiten (was ja auch Teil von Beziehungen unter Menschen ist)? Androhung von Gebrauch der Waffe im Haus als (äußerstes) Argument in der verbalen Auseinandersetzung – schon einmal erlebt? Waffen generell und insbesondere Waffen im Haus verändern Menschen und ihr Umfeld. Allein schon mit dem Entschluss, sich eine Waffe zuzulegen (ohne Unterscheidung von legal oder illegal), geht eine Änderung des Lebensmodus einher.

thing004squSensibilisierung und Diskussion

Trotz einer mitunter subjektiv gefühlten Verunsicherung im öffentlichen Raum: Waffenbesitz und Waffenverfügbarkeit werden immer häufiger kritisch hinterfragt. Hier ist auch die Berichterstattung in die Pflicht genommen. Effektvolle Vermittlung von Szenarien nach Tatbegehungen, Wiedergabe von und Partizipation an Ohnmacht und Schrecken nach Schusswaffenattentaten – in einer Zeit von Quotendruck und Zugriffs-Konkurrenz zwar nachvollziehbar. Trotzdem, es geht letztlich um die Aufarbeitung von ganzen Geschichten, die beim Individuum beginnen und bereits jene Zeitspannen fokussieren, in denen die Waffe ihre Zeit „in Stille verbringt“, jene Zeitspanne also, bevor psychisch labile Phasen von WaffenbesitzerInnen eintreten. Das Radiofeature Dinge in der Hand, die Sachen machen möchte einige dieser Aspekte als akustische Momentaufnahmen und Reflexionen ins Hörinteresse rücken.

Link-Auswahl

11. November 2016 / medianet / Österreich und die Büchse der Pandora
07. November 2016 / Tageszeitung DER STANDARD / 48-Jähriger hortete illegal Waffen und Granaten
19. Oktober 2016 / Tageszeitung DER STANDARD / Stiefbruder in Wien getötet
17. Oktober 2016 / Tageszeitung KURIER / Oberösterreich: „Fehlschuss“ traf 50-Jährigen im Gesicht
09. Oktober 2016 / Tageszeitung DIE PRESSE / Schwangere mit Polizeipistole getötet
06. Oktober 2016 / Tageszeitung KURIER / Selbstmord in Spillern: Mann hatte mehrere Waffen im Auto
30. September 2016 / Tageszeitung DER STANDARD / Waffen im Haushalt: Höheres Sicherheitsgefühl oder mehr Unsicherheit?
28. September 2016 / Tageszeitung DER STANDARD / Waffenbesitz in Österreich: Lebensgefährlich
28. September 2016 / Tageszeitung DER STANDARD / Fast 20 Prozent mehr Waffenbesitzer als vor zwei Jahren
03. September 2016 / Tageszeitung KURIER / Mann schoss in Kaprun auf Syrer: Festnahme wegen Mordversuchs
24. August 2016 / Tageszeitung DIE PRESSE / Waffenbesitzer: Anstieg von 11,4 Prozent
08. August 2016 / Tageszeitung KURIER / Waffen bieten nur Scheinsicherheit
27. Juli 2016 / Radio FRO, Linz / Privater Waffenbesitz in Österreich
20. Juli 2016 / Tageszeitung DIE PRESSE / Österreich rüstet illegal auf
20. Juli 2016 / ORF FM4 / Österreich rüstet auf
11. Juli 2016 / ORF Ö1 Morgenjournal / Veraltete Waffenkartentests
06. Juli 2016 / ORF Ö1 Morgenjournal / Österreich rüstet auf – Immer mehr Privatwaffen
15. Juni 2016 / Tageszeitung DER STANDARD / Österreicher rüsten mit Pfeffersprays und Waffenscheinen auf
14. März 2016 / Radio FREEQUENNS / Freies Radio im Ennstal / Waffenboom durch Angst (…)
05. Dezember 2015 / Tageszeitung DIE PRESSE / Land unter Waffen (…)
28. Oktober 2015 / Tageszeitung KURIER / Waffen zur Selbstverteidigung boomen
18. Jänner 2013 / Neue Zürcher Zeitung / Weder sicher noch frei

Engel 3.0 – dreh dich um und schrei

Eines der Highlights 2016/17 des Performance-Duos Evelyn Blumenau und Walter Kreuz war das 60-Minuten-Live-Hörspiel „ENGEL 3.0 – dreh dich um und schrei“. Es erzählt einen außergewöhnlichen Nachmittag der IT-Expertin Larissa. Eine fehlerhafte Soundcard im Bürorechner erzeugt eine Stimme, die auch bei abgeschaltetem Gerät zu hören ist. Daraus entwickelt sich ein Beinahe-Dialog mit ENGEL 3.0, der in Interaktion mit der physikalischen Welt tritt und „Stille“ zu vermitteln versucht. Die Produktion ist eine Collage aus klassischem Hörspielsetting sowie aus informativen und experimentellen Sprechteilen. Die Audio-Inszenierung erweitert den Live-Hörspielgedanken zu 8 modularen Audiostücken (mixed*audio*mode*on stage), in welchen die beiden AkteurInnen Blumenau und Kreuz verschiedene Sprechstile einnehmen und nicht nur mit Headsets, sondern auch „unplugged“ im Raum agieren – nebst Kurzdarbietungen am ‚Rillophon‘ und Interview-Einspielungen.

> Anhören des AUDIOTEASERS

„Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen? Und gesetzt, es nähme mich einer plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem stärkeren Dasein. (…) Ach, wen vermögen wir denn zu brauchen? Engel nicht, Menschen nicht, und die findigen Tiere merken es schon, dass wir nicht sehr verlässlich zu Haus sind in der gedeuteten Welt.“

(Textauszug aus der Ersten Duineser Elegie, Rainer Maria Rilke)

Blumenau und Kreuz, die für ihre Audioarbeiten zahlreiche, auch internationale Auszeichnungen erhalten haben, verbinden in dieser Produktion Information (zum Themenbereich „Engel“) mit künstlerischer Sprechperformance und dramaturgischer Handlung. In diesem Stil wird auch Rainer Maria Rilke zitiert.

Weiters wird in Featurebeiträgen und Newslines an Wim Wenders’ Himmel über Berlin erinnert oder an Jane Fonda alias Barbarella und an ihre Flüge auf dem Rücken des blinden Vogelwesens Pygar im Film von Roger Vadim, doch auch an Un señor muy viejo con unas alas enormes (Ein sehr alter Herr mit riesigen Flügeln), einen Film von Fernando Birri nach dem Roman von Gabriel García Márquez.

„ENGEL 3.0 – dreh dich um und schrei“ kam erstmals im Juni 2016 zur Aufführung. ‚Hören wie sie spielen‘, nannte es die Redakteurin C.E. in der Programmankündigung der Straßenzeitung Augustin. Performance-Stationen waren der RAUM DER STILLE (Hauptbahnhof Wien), der RAUM D / Q21 (QUARTIER FÜR DIGITALE KULTUR / Electric Avenue, MQ, Museumsquartier Wien) und die Haydn-Bibliothek (Hainburg) sowie 2017 die Galerie CONTEMPLOR (1010 Wien)

Das Live-Hörspiel, welches in Kooperation mit dem Verein DAS SPRECH produziert wurde, basiert auf dem gleichnamigen Hörspieltext ENGEL 3.0 von Walter Kreuz sowie auf dem Lied „The Angel and Me“ von Evelyn Blumenau (mit der Musikgruppe NOVI SAD 2008 aufgenommen).

Fotos: Ziba Matraghi, Angelika Högn, Christiane Sandpeck, gecko art

MATH>SPEAKS

In einem audiovisuellen Projekt stellen junge Menschen
mit und ohne Fluchterfahrung mathematische Grundbegriffe vor

Auf Basis eigener Ideen und mathematischer Basiskenntnisse entwickelten die TeilnehmerInnen im Zeitraum April 2016 bis Mai 2017 audiovisuelle Präsentationen. Ziel war die Erarbeitung von Audiovisionen mit zahlreichen kurzen Stop-Motion-Filmbeiträgen und Soundtracks. Die Projektumsetzung erfolgte in audiovisuellen WORKSHOPS, in welchen die jungen MATH>SPEAKERS in mehreren Teams ihre Sprech- und Bildbeiträge ausgearbeitet haben.

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Der visuelle Teil eines „typischen“ MATH>SPEAKS-Beitrags bestand aus Zeichnungen mit Texteinblendungen und dynamischen Effekten, die von einer Tonspur mit den Stimmen der TeilnehmerInnen unterlegt wurden.

mathsp002Ziel des Projekts war es, einen Kommunikationsraum über die universielle Sprache der Mathematik zu eröffnen und hierbei bei Inhalten und Rechenmethoden anzusetzen, die Menschen verschiedenster Herkunft gemeinsam sind – wie etwa Grundrechnungsarten (Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren, Dividieren) oder die Darstellung und Erklärung geometrischer Figuren und Körper. Die teilnehmenden Gruppen hatten die Möglichkeit, ihre mathematischen Inhalte selbst zu wählen, in die audiovisuellen Präsentationsbeiträge umzusetzen und dabei auch ihr ‚mitgebachtes Wissen‘ vorzustellen. Dabei wurden sie vom gecko art-Team fachlich unterstützt.

Bei der Erarbeitung ihrer Beiträge konnten die MATH>SPEAKERS auf akustischer Seite stimmkreative oder lyrische Formen einbringen (z.B. einen „Dreiecks-Formel-Rap“) und auf visueller Seite ihre bildnerischen Ideen mit eigener, spezifischer Stilistik zu Papier zu bringen.

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Auf diese Weise verknüpften sich bestimmte Sprachmodule der Mathematik mit künstlerischen Umsetzungsmodulen, wodurch mathematische Themen mitunter eine individuelle Präsentationsform erhalten konnten. Zu sehen sind die Kurzfilme auf nichtkommerziellen Plattformen. Bisher sind mit Beteiligung von 8 Wiener Neuen Mittelschulen und einer Polytechnischen Schule insgesamt 9 Audiovisionen entstanden. Link zum Ansehen via Registerkarte Video am Cultural Broadcasting Archive: Projektphase April-Juni 2016, Projektphase September-November 2016

Siehe auch – ‚medienimpulse‘-Artikel: Mathe spricht audiovisuell … und universell
Höre auch – gecko art-Radiostück: Diese ‚M‘ – überall ist sie, überall spricht sie

mathsp003Das Projekt richtet sich (auch nach der Projektphase 2016/17) an Personen im Alter von 11 bis 18 Jahren. An einem Workshop nehmen junge Menschen mit und ohne Fluchterfahrung gemeinsam teil. Die Gruppen kommen aus allen Schulformen (inkl. Oberstufe), insbesondere aber aus Neuen Mittelschulen, Polytechnischen Schulen, Hauptschulabschluss-Kursen, Deutsch-Förderkursen oder ähnlichen Gruppen in schulischer Betreuung. Zur Projektteilnahme sind auch Mathematik-LehrerInnen mit Fluchterfahrung herzlich eingeladen. Interessierte können sich jederzeit mit gecko art in Verbindung setzen.

MATH>SPEAKS ist ein Projekt des Vereins DAS SPRECH und wird in Kooperation mit dem gecko art-Team durchgeführt. Die MATH>SPEAKS-Workshops wurden von KulturKontakt Austria unterstützt, das Projekt an Schulen im Bezirk Wien-Landstraße trägt den Titel MATH>SPEAKS 1.0.3.0 und wurfde von KulturKontakt Austria und von der Bezirksvorstehung Landstraße unterstützt.

      DAS SPRECH - Initiative für Hör-, Sprach- und SprechkunstKulturKontakt Austria         bezirk03fon

Aktivitäten und Stationen seit 1993

Ob in Lettischen Kunstschulen oder in Polnischen Kunstmuseen, bei internationalen Straßenkunstfestivals oder bei kommunalen Bezirksfesten im städtischen und ländlichen Raum – immer ist es das interessierte Zusammensitzen, der Ideenaustausch, der Gesprächsfluss mitunter in drei Sprachen gleichzeitig, welche die Projektideen beflügeln. Künstlerische Tätigkeit – performativ wie partizipativ – resultiert niemals aus der vereinsamenden Zwiesprache mit Suchmaschinen, flachen Phones oder digitalen Anwendungsspielchen, sondern ist stets der virulente Austausch und Zuspruch unter Menschen, ist Frage und Antwort in gegenwärtigen Situationen, ist eine Mischung aus Hunger und Neugier in den Köpfen der Anwesenden. Wir als gecko art-Team erinnern uns gern an die Gesprächsrunden vieler Nächte, die es brauchte, um diesen Hunger zu stillen und gestärkt ins nächste Projekt zu gehen.

1993 bis 1999 – Kunstaktionen in Museen und bei Festivals

Künstlerische Kooperationen, Workshoptournéen und Gastprojekte brachten das Duo in zahlreiche europäische Museen und Ausstellungstätten. So ging es etwa 1993 ins Palais Palffy Wien, in die Grafische Sammlung der Albertina Wien, ins Kunstforum Wien, 1995 ins Kunstmuseum Lodz, ins Kunstmuseum im Königlichen Schloss Warschau, ins Kunstmuseum Riga, 1996 zur Interaktiva München, in die Kunsthalle Budapest, in das Weltmuseum Wien (vorm. Völkerkundemuseum), 1996/97 zu den Straßenkunstreffen in Warschau, Krakau und Wroclaw, 1998 zum Festival der Kulturen Wien oder 1999 ins (ehem.) Siemensforum Wien.

2000 bis 2009 – Kunstsprachen, Freiluft-Wintertheater und Hör-Ausstellungen

Indoor-Projekte widmeten sich dem schöpferischen Umgang mit Sprache und Sprachenvielfalt. Outdoor-Projekte machten die Straße zur (oft winterlichen) Theaterbühne, transkontinentale und internationale Hörspielbrücken verbanden Menschen unterschiedlicher Städte und Regionen. Mit diesen Vorgaben entstanden Projekte bzw. gab es Projektpräsentationen etwa 2001 im Rahmen im Rahmen des NÖ Donaufestivals, 2002-2004 im Rahmen des EU-Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung, 2003 im Rathaus Wien, 2004 im Rathaus von Paris-Centre, 2004/05 im Rahmen der Acoustic Literature Map of Europe, 2005/06 mit dem Whelp Project Center Kaduna/NGR, 2005 im Freiraum des Museumsquartiers Wien, (ab) 2007 im Nationalparkhaus Wien/Lobau.

2010 bis 2020 – Stadtraum, Mobilität, Literaturperformance

Live-Hörspielproduktionen und Radiofeatures, Beschreibung, Wahrnehmung von Stadtraum sowie künstlerische Audiomodule in Museen standen in den Folgejahren im Mittelpunkt. Projekt- und Performance-Stationen waren etwa 2010 die Frankfurter Buchmesse, 2013 im Kunsthistorischen Museum Wien, im Leopold Museum Wien, im Museum Moderner Kunst Wien, im Jüdischen Museum Wien und im Wien Museum, 2015 im Rahmen des Wir.Sind.Wien-Festivals, 2015 im Q21 des Museumsquartiers Wien, 2016 im Raum der Stille (Hauptbahnhof Wien), 2018 im Festsaal der Hauptbücherei Wien, 2019 im Kunsthaus Horn NÖ, 2019 in Kooperation mit KreAKTIV und K3/OEAD für die NÖ Landesausstellung, 2019 im Offenen Kulturhaus Vöcklabruck OÖ, 2020/21 in der Landesgalerie NÖ und im Karikaturmuseum Krems.

THE RADIOSPOT POT / ‚Begegnungszone‘ Berufe

rspot_proj_n01fonAm 16. Dezember 2015 standen sie alle auf der ‚Hör-Bühne‘ – und dies MEHRSPRACHIG: Installateur, Bäcker, Einzelhandelskauffrau, Bürokaufmann, Köchin, Kellner, Hotelfacharbeiterin, Krankenpfleger, Jungjägerin, Landwirtschaftlicher Facharbeiter, Sozialarbeiterin und viele mehr. Im Raum D (Quartier für Digitale Kultur) des Museumsquartiers Wien ging sie mit ca. 100 BesucherInnen über die Bühne: die Abschlusspräsentation von THE RADIOSPOT POT, eines Projekts des Vereins DAS SPRECH mit Unterstützung der Initiative Vielfalter und KulturKontakt Austria. Die Gruppe gecko art, die alle Produktionsworkshops geleitet hatte, präsentierte 24 mehrsprachige Radioeinschaltungen zu Beruf & Berufsumfeld, gestaltet und aufgenommen in 15 Sprachen von Lehrlingen, SchülerInnen und Jugendlichen aus der BS Embelgasse, der BS Hütteldorferstraße, aus der HLW Straßergasse, aus der LFS Tulln sowie aus dem Landesjugendheim Korneuburg.

> Zur Veranstaltung siehe auch Artikel auf Kurier online.
> Letzter Sendetermin aller Spots: DO, 07.01.2016, 19.30 Uhr SchülerInnen-Radio am Ö1-Campus

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