Im „Gepäck“ des Projekts sophrosyne führen wir diesmal bei all unseren Aktivitäten eine Kleinfigur mit. Diese Skulptur kann bewegt werden, pendelt sich aber immer wieder von selbst auf ihren Ruhepunkt, auf ihre „ruhende Mitte“ ein.
EINE FIGUR IN SCHRÄGLAGE als unsymmetrische Begleitung
des Projekts „SOPHROSYNE – UND ES GIBT SIE DOCH, DIE INTELLIGENZ DER RUHE“:
Leonardo da Vinci’s Zeichnung des Ideals eines „Vitruvianischen Menschen“ wird eine Holzfigur namens „Yadid“ gegenübergestellt. Darin ist nichts idealtypisch konstruiert, nur der Nabel befindet sich wie beim Vitruvianer im Zentrum der skulpturalen Zusammenstellung.

DAS KLEINE SOPHROSYNERGON: Die Kleinskulptur aus Holz (Esche und Buche), Acryl, Metall und Blattgold wurde von Walter Kreuz ersonnen und erbaut, in deren Mitte „Yadid“ zu finden ist. Die Figur besteht aus zwei Schichten – einer Vorderfläche und einer Hinterfläche.
Dies ist ein Ausführungsdetail, welches dem Philosophen Michel Foucault geschuldet ist. In „Sexualität und Wahrheit, Teil 2“ beginnt er das Kapitel zu sophrosyne mit Rückblick auf Xenophon u.a. mit diesen Worten (Zitat):
„… Die sophrosyne, der Zustand, zu dem man durch Übung der Beherrschung
und durch Zurückhaltung in der Praktik der Lüste zu gelangen strebt,
zeichnet sich durch Freiheit aus (…) Die Haltung des Individuums zu sich selber,
die Art und Weise, in der es seine eigene Freiheit gegenüber seinen Begierden wahrt,
die Souveränität, die es über sich ausübt, sind ein konstitutives Element des Glücks …“
(aus Kapitel 4 – Freiheit und Wahrheit, S. 104/105).
Die Freiheit, die hier in Zusammenhang mit sophrosyne genannt wird, ist in der Kleinskulptur durch bewegliche Bögen dargestellt. In deren Innerem ist die Yadid-Figur in fast schwebender und deutlich schräger Position platziert. Gibt man den Bögen händisch einen Drehimpuls, pendelt sich die Figur samt Bogen letztendlich auf einen Ruhepunkt – den sophrosyne-Punkt – ein.
Dinge zwischen den Worten & Blickfang in den Sprechpausen
Oft bringt das gecko art-Team eigens gestaltete Kunstobjekte in seine Performances und Projekte ein. Manchmal ist es eine Tischmarionette, dann wieder ein handgeschriebenes Buch oder ein Großbild von 6 Quadratmetern. Klanggeneratoren oder Fragezeichen-Skulpturen sind ebenfalls auf der gecko art-Audiobühne vertreten. „Multimedial“ ist nicht der richtige Ausdruck für diese Mehrgestaltigkeit. Eher ist es eine Lese-Performance mit haptischer Komponente. Darin kann das Publikum sein „Berührt-Werden“ durch Berühung von Performance-Objekten erwidern. Oft geschieht dies in Spielpausen oder nach Veranstaltungsende.

Der Klanggenerator Rillophon (links) und das Fragezeichen (rechts) „spielten“ u.a. im Live-Hörspiel SAG’S VIELEN, VIELEN mit. Das Kedubiano und der CODEX KEDUBE (Abb. in der Mitte) waren „Objektgäste“ in der Performance Traumbilder eines Grönlandwals.
> Achilles, die Schildkröte und Zeitstücke
> Projektseite SOPHROSYNE auf der Initiative DAS SPRECH
> AUDIO Theme of Sophrosyne auf cba.media






