gecko art Projekte

„Das Hörspiel kommt zu den Menschen“. Mit dieser Ansage zur Audiomobilität des gecko art-Duos entwickelten sich in den letzten 25 Jahren unterschiedliche, meist performative Konzepte, um aus den schalltrockenen Studios herauszukommen, das Nötigste an Tonequipment an unterschiedlichsten Orten aufzubauen und das Format ‚Audio‘ mit dem Format ‚Theater‘ zu verbinden – z.B. in Seminarräumen, in Ausstellungshallen, in Galerien, in Zelten, in Bibliotheken, in Messehallen, in Büroräumen, in Geschäftslokalen, in Lehrwerkstätten, in Bildungseinrichtungen, in Rathäusern, auf Wiesen, in Fußgängerzonen, sogar auf Berghütten oder auf Schiffen.

gecko art-Projekten geht oftmals eine empirische Vorlaufphase voraus. Die Konzeption eines Hörspiels oder einer Audioperformance ist meist mit ästhetischer Erst-Rezeption an Orten verbunden, die „vertont“ werden sollen. Audiokoffer und Mikrofone sind fixe Bestandteile der Outdoor-Hörerkundung, die auch Stellungnahmen interessierter Personen mit einbezieht. So entwickeln sich aus Ideen partizipative Projekte mit kritisch-bewussten Teilnehmenden, die das Kunstwollen des Duos (sei es Performance, Audiokunst oder Textwerk) von innen her aufmischen und mitprägen.

Mit den Möglichkeiten von Sprache, Audiokunst und Text gestaltet das gecko art-Team themenbezogene Hörwerke (für die Bühne ebenso wie für Radio und Podcast). In seinen partizipativen und performativen Projekten zu (Stadt-)Raum, Gesellschaft, Zeit und Sprache begibt sich gecko art auf die Suche nach einem konstruktiven Miteinander, nach sozialen Unterbelichtungen, nach faktisch gelebter Offenheit und nach einem nicht enden wollenden Stimmen-Pluralismus.

gecko art-Projektbeispiele

Stadtraum: Textstreckennetz / Die Luft dieses Sommers
Gesellschaft: k(EINE) Zeit fürs Ehrenamt / PLATZ NEWS LIVE / Audio vor Ort
Zeit: Zeig mir, was Zeit ist / SEKUNDENBRUCH
Sprache: Sag’s vielen … vielen – Die Ahnungen der Bertha von S. / AM VISIO*PHON

Feature-Hörbespiel
Aktivitäten und Stationen seit 1993
Projektarchiv 1993-2020

Mahmoud und die Kunst des Kopiergesprächs

Mahmoud und die Kunst des Kopiergesprächs
Von beredter Stille in den Orchesterpausen der Maschinen

Ein gecko art-Radiofeature zu einem einstmaligen Begegnungsort der besonderen Art
57:00 / Erstausstrahlung: 29.12.2019, 16.00 Uhr auf Radio Orange 94.0

Die Sendung wurde im November 2020 mit dem Radiopreis der Erwachsenenbildung ausgezeichnet. Die Preisverleihungsfeier fand am FR, 26.02.2021 im RADIOKULTURHAUS statt (Aufzeichnung des Webstreams der Preisverleihungsfeier / Präsentation der Mahmoud-Sendung ab ca. 23:40)

Autor der Sendung und Gesamtleitung: Walter Kreuz
Musik und Sounddesign: Musikgruppe NOVISAD
Gesang und Tonregie: Evelyn Blumenau / Gitarre: Klaus Schuch
ErzählerInnen: Evelyn Blumenau und Walter Kreuz
Moderation: Barbara Stieff und Klaus Haberl
Produktion: gecko art
Auf CBA-media: HÖRLINK zur Gesamtsendung
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Zum Radiofeature

Im Mittelpunkt der assoziativen Radioerzählung steht Mahmoud, der 1941 in Ägypten geboren wurde. In den 1970er Jahren kam er als Migrant nach Wien und hatte sich Mitte der 1980er Jahre mit seinem kleinen Kopiergeschäft „IKAS“ im Wiener Bezirk Josefstadt selbstständig gemacht.

Der Laden des studierten Betriebswirts wurde schon sehr bald nach seiner Öffnung zu einem Ort, welcher unterschiedlichste Menschen auf einzigartige und feinfühlige Weise zusammengebracht hatte. Die überaus ruhige, weltoffene und gastliche Wesensart des Ägypters verwandelte die Lokalität zu einer stressfreien Zone, an der Zeit „anders“ verging als anderswo in der Großstadt. Aus dem Laden wurde eine Art Zentrum, in dem fremde Personen ihr Herz ausschütten konnten – gleichgültig ob sie eine Anwaltskanzlei leiteten, ob sie in ambulanter phychiatrischen Betreuung standen, ob sie mittellos waren.

Es entstand quasi eine WILLKOMMENSKULTUR MIT VERTAUSCHTEN ROLLEN. Mahmouds integrative Persönlichkeit und seine einfühlsamen, oft freundschaftlichen „Kopiergespräche“, die weit über die übliche geschäftliche Kommunikation hinausgingen, erzeugten eine äußerst angenehme, verbindende und „in sich ruhende“ Atmosphäre). Mitunter vergaßen unterschiedlichste KundInnen ihren Zeitdruck, kamen zur Ruhe, setzten sich zusammen und begannen, sich miteinander zu unterhalten – nicht selten unter Mahmouds zufriedenen Blicken.

Im Feature berichtet der ehemalige Inhaber des Ladens aus seinem Leben und von seinem Laden und dessen KundInnen, und er philosophiert über Aspekte des Zusammenlebens und über das menschliche Leben an sich. Dazwischen sind Stellungnahmen ehemaliger KundInnen, FreundInnen und Bekannter eingestreut, die sich aus der zeitlichen Distanz heraus an die zahlreichen und innigen Treffen mit Mahmoud erinnern, als hätten sie erst am Vortag stattgefunden.

Denn keine Selbstbedienungskopier-Anstalt, meinten einige an den Mikrofonen, konnte diese Lücke, die der ägyptische Kopiermann hinterlassen hatte, schließen. Und das war auch der Beweggrund für diese Radioarbeit. Bis zu seinem Tod im Frühjahr 2023 lebte Mahmoud in äußerst bescheidenen Verhältnissen in Wien-Brigittenau.

Diese „M“ – überall ist sie, überall spricht sie

Diese mit unserem Artikeltitel gleichnamige Sendung bringen wir aus Anlass des INTERNATIONALEN TAGS DER MATHEMATIK, welcher im November 2019 von der UNESCO zum Welttag erklärt wurde. Der 14. März war bereits seit vielen Jahren als  „PI-Day“ (als Festtag der Kreiszahl PI) mit weltweiter Beteiligung zahlreicher Universitäten und anderen Bildungs- und Forschungseinrichtungen gewürdigt worden.

 

Diese „M“ – überall ist sie, überall spricht sie
Sendetermin: SA, 14.03.2020, 17.00 Uhr
Sendereihe WBC-We BroadCast auf Radio Orange 94.0
Webstream zur Sendezeit / Programmseite am Sender

Das Datum „14.03.“ (in US-Schreibweise 3-14) sind die ersten Ziffern von PI (3,14159265……), zugleich ist der 14. März Albert Einsteins Geburtstag und Stephen Hawkings Todestag. Aus diesem Anlass wiederholen wir eine im Jänner 2017 erstausgestrahlte Sendung, die zufälligerweise mit dem Motto (Die Mathematik ist überall) des Mathematik-Welttags 2020 korelliert. Der Buchstabe „M“ steht darin für Mathematik. Dass die Sprache der Mathematik universell (jedoch mitunter schwerer als Sprachen zu erlernen) ist, scheint evident. Wir erweiterten im Zeitraum 2017 bis 2018 diesen Gedanken und fragten uns: Wie sprechen Menschen „Mathematik“? In wie weit kann Mathematik mit ihren Stimmen sprechen? Daraus entstand das Projekt MATH>SPEAKS, in welchem Menschen mit und ohne Flucherfahrung nach eigenen Ideen mathematisches Basiswissen in audiovisueller Form gemeinsam präsentierten. In der Sendung, die für den Radiopreis der Erwachsenenbildung 2017 nominiert wurde, sind auch Statements des irakischen Mathematikers Sama Al Shakly zu hören. Dieser Programmteil kann HIER nachgehört werden. Diese „M“ – überall ist sie, überall spricht sie weiterlesen

AUDIO AM SEE

„AUDIO AM SEE“ – das ist ein Open Air-Audiofeature zum Projekt SEEZEIT, im Rahmen dessen einen Abend lang der Seestadt-See beschallt wurde. Zu hören waren Stimmen von BewohnerInnen der Seestadt, von Lehrlingsgruppen und interessierten Personen, die seit Juni 2019 Stellungsnahmen und Gedanken zur Seestadt aufgenommen haben.

DO, 26.09.2019, 18.00 Uhr
Flederhaus, Seepromenade, Seestadt, 1220 Wien
U2-Stationsausgang Seepromenade

Das Flederhaus verwandelte sich für eine Stunde zum Hör-Objekt. Stimmen von Projektteilnehmenden waren in Auszügen hörbar und klangen auf den See hinaus. Einbezogen in das Audiostück wurden Einspielungen des gecko art-Teams (Auszüge aus der Klangcollage „ZEIT.WANDER.WERK“ von Evelyn Blumenau sowie aus dem Buch „SEKUNDENBRUCH AUF STRASSE 4“ von Walter Kreuz. Die Veranstaltung bot den Zuhörenden auch die Möglichkeit, über den Themenbogen ZEIT & SEESTADT miteinander ins Gespräch zu kommen – am Seeufer in entspannter Atmosphäre zu visionieren, zu philosophieren, zu plaudern.

AUDIO AM SEE war die Abschlusspräsentation des Dialogprojekts „SEE-ZEIT“ sowie des „ERZÄHLCAFÉS“ und wurde in Zusammenarbeit mit dem Stadtteilmanagement Seestadt aspern und der Wien 3420 aspern Development AG durchgeführt

AUDIO AM SEE und SEE-ZEIT sind zwei von mehreren Modulen des Projektzyklus ZEIG MIR, WAS ZEIT IST, im Rahmen dessen sich das Künstlerduo gecko art verstärkt dem Thema ZEIT widmet.

LIVE-HÖRSPIEL ‚SAG’S VIELEN … VIELEN!‘

Kontakte knüpfen, sich vernetzen, sich austauschen, auf etwas aufmerksam machen, Informationen teilen – Bertha von Suttner nutzte zur Verbreitung des Friedensgedankens ebenfalls Netze und Kanäle. Nur das Medium hat sich geändert, Papier und Telegraf werden heute durch html-basierte Systeme ersetzt. Die inhaltlichen Anliegen und Beweggründe sind ebenso brisant wie sie es vor 120 Jahren waren.

 

Im Stil eines live vorgetragenen Audiofeatures ist diese Hörspiel-Veranstaltung gestaltet: Es wechseln Erzählung, Information, Sprechrollen, Echtzeit-Sounds, Einspielungen sowie experimentell-lyrische Sprechteile einander ab. Der Audio-Streifzug des Performance-Duos umfasst einen Zeitraum von 130 Jahren. Präsentiert werden biografische Notizen von Suttner, Informationstexte zur Friedensidee und zu internationalen Vereinbarungen sowie Gedanken und Reflexionen zu Sprachbildern in Politik und Medien der Gegenwart.

Mit diesem Programm ziehen die HörspielerInnen Evelyn Blumenau und Walter Kreuz seit 2018 mit Hörspielabenden in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich durch die Lande. Zum Thema „Sprachmissbrauch und Sprache des Friedens“ bietet das gecko art-Duo auch Gesprächsrunden an, deren Ergebnisse an Hörstationen im Rahmen der Abendveranstaltrungen präsentiert wurden.

Denn auch Bertha von Suttner wusste um die Bedeutung von Sprache: Sprache liegt allem zugrunde. Sprache kann radikalisieren, Sprache kann Szenarien vortäuschen und mit falschen Neuigkeiten Menschen mobilisieren. Sprache kann aber auch unterstützen, deeskalieren oder ermutigen.

Die Dame in Schwarz am ehemaligen Schilling-Tausender brach mit einer Latte von morschen Traditionen, kritisierte Kirche, Boulevard, Biederkeit, Hausfrauen-Dasein, Nationalismus gleichermaßen. Und sie hatte schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf das Fehlen einer stabilen Friedensordnung in Europa hingewiesen und vor den Gefahren der internationalen Aufrüstung gewarnt. Als Autorin, Journalistin, Rednerin, Aktivistin trat Bertha von Suttner mit Beharrlichkeit, Penetranz und Unermüdlichkeit für Frieden ein und versuchte länderübergreifend Überzeugungsarbeit zu leisten.

In der 60minütigen Live-Performance des gecko art-Duos werden Jahreszahlen zwischen dem späten 19. und frühen 21. Jahrhundert zu Sprechstationen, in denen sich sprachliche Dokumente dezitiert für Frieden entscheiden (etwa die Genfer Konventionen, die Haager Friedenskonferenzen oder die Charta der Vereinten Nationen). Evelyn Blumenau und Walter Kreuz agieren als ErzählerInnen und unterstützen ihre Textperformance durch Echtzeit-Sounds und Einspielungen. In diesem „Spiel des Hörens“ schwingt stets die Frage mit: Was ist Friede – und gibt es eine Sprache des Friedens?

Das Live-Hörspiel gliedert sich in mehrere Szenen („modulare Audiostücke“). Das Performance-Duo arbeitet mit eigenem Audio-Equipment und benötigt dafür einen Tisch (ca. 200x60cm) sowie einen Stromanschluss (220V). Evelyn Blumenau und Walter Kreuz agieren als SprecherInnen (in unterschiedlichen Rollen), als Sound-Erzeugende und als Tonmischende. Für Auf- bzw. Abbau der Geräte werden je 60 Minuten benötigt. Nähere Informationen bei gecko art.

> Audiovisuelle Kurzinformation zum Live-Hörspiel
> Artikel auf ERWACHSENENBILDUNG.AT

Fotos auf dieser Seite: Eva-Maria Fuhrmann, Angelika Högn

sprech.wege … roll.wege … geh.wege

In diesem Audioprojekt der Künstlergruppe gecko art für die NÖ Landesausstellung 2019 ging es darum, Stadt mit Spache „einzukleiden“ und zu Wiener Neustadt – im Hier und Jetzt – Stellung zu beziehen. Dies ging in zwei Stufen vor sich. Zunächst hatten Lehrlinge der Landesberufsschule Neunkirchen die Möglichkeit, im Rahmen von kurzen Interviews eine Art „Fern-Scan“ von Wiener Neustadt durchzuführen. Danach erfolgte quasi die Beschreibung vor dem „Original“. Lehrlinge der Landesberufsschule Theresienfeld erforschten mit eingeschalteten Audiogeräten Areale des Stadtraums von Wiener Neustadt.

Die Projektteilnehmenden waren entlang ausgewählter Geh-Routen unterwegs – und zwar jeweils in mehreren Geh-Gemeinschaften zu zweit oder zu dritt. Man sprach, mutmaßte, beschrieb, benannte, philosophierte, dichtete, erzählte, ergründete – und bewegte sich währenddessen von Ort zu Ort.

Auf diese Weise entstanden verbale Äußerungen auch zu Stellen der Stadt, die oftmals übersehen werden, die aber für die Beschreibenden sehr wohl eine Bedeutung haben oder durch das aktive Beschreiben erst eine Bedeutung erhalten. Umgebung des Sichtfelds wird Umschreibung im Sprachfeld. Aus Stadtpunkten gehen Standpunkte und Stellungnahmen hervor. Die Bewegung der Gruppe korrespondiert mit der Bewegung in der Sprache. Sprechen und Gehen ergänzen einander dabei.

Das Projekt mit entsprechenden Audioloinks wurde an einer Station der NÖ Landesausstellung 2019 präsentiert. Der entstandene Audioaufnahme-Pool ist auch eine Aussage zum städtischem Raum generell, der in der Sprache oft neu definiert oder zu dem erst im Sprechakt eine Beziehung aufgebaut wird. Die Stimmaufnahmen bilden URBANEN METATEXT und repräsentieren eigenbestimmte Auseinandersetzungen mit dem Phänomen Stadt, in denen das Stadtbild einer ständigen Wandlung unterworfen ist bzw. auf dem „Prüfstand“ steht (v.a. in wie weit Resultate der bewussten Stadtplanung und zweckgebundenen Umgestaltung mit den Erfordernissen der (jungen) Bewohnerschaft korrespondieren.

Die Idee der eigenbestimmten Beschreibung des Umfelds – auch unter Zuhilfenahme lyrischer und dramaturgischer Elemente – entstand 2015 mit den gecko art-Projekten TEXTSTRECKENNETZ für WIEN sowie weiterer narrativen Variante an Orten in Niederösterreich und Burgenland.

 

     

(k)EINE Zeit fürs Ehrenamt

(k)EINE Zeit fürs Ehrenamt? Wieviel Zeit investiere ich für eine Tätigkeit, die zwar unbezahlt, aber für das Wohl der Gemeinschaft unverzichtbar ist? Die Gruppe gecko art erarbeitet in Kooperation mit BhW Niederösterreich ein spezielles zweistufiges Audioprogramm zur Wechselbeziehung von ehrenamtlichem Engagement und dafür zur Verfügung stehender Zeit. 

Ein LIVE-HÖRSPIEL des Duos gecko art
mit Zuspielungen von Stellungnahmen ehrenamtlich tätiger Personen
DO, 21.03.2019, 19.00 Uhr
Kunsthaus Horn, Wiener Straße 2, 3580 Horn
Anmeldung erforderlich: 02742/311337 bzw. bildung[at]bhw-n.eu

Erste Stufe von „(k)EINE Zeit fürs Ehrenamt“ ist eine Gesprächsrunde mit Audiostation, in welcher sich ehrenamtlich tätige Personen informell austauschen und Statements zur Thematik an Audiogeräten aufnehmen können. Auszüge dieser Aufnahmen werden in das Live-Hörspiel integriert, welches einige Tage später – am 21.03. im Kunsthaus Horn – zur Aufführung kommt. Meinungen, Eindrücke und Erzählungen der Teilnehmenden aus der Gesprächsrunde erhalten eine künstlerische Präsentationsform, die mit eigenen Texten und Soundtracks der Gruppe gecko art umrahmt und in einen dramaturgischen Zusammenhang gestellt wird.

Audiostation / „Play & Rec“

Die Audiostation, die im Rahmen beider Projektteile aufgestellt wird, dient nicht nur zum Hören bereits aufgenommener Statements, sondern kann mit weiteren Wortspenden vor Ort jederzeit erweitert werden. Aufnahmegeräte laden ein, zum Projektthema auf Basis eigener Erfahrungen, Beobachtungen und Überlegungen Stellung zu beziehen. Dies kann auch in poetischer oder musikalischer Form erfolgen.

Das Thema Zeit

Die Gruppe gecko art widmet sich ab 2019 verstärkt dem Thema „Zeit“ in unterschiedlichen Erscheinungsformen und Zusammenhängen, wobei mehrere „Parallelprojekte“ entstanden sind – im Rahmen des Projektzyklus ZEIG MIR, WAS ZEIT IST. So präsentiert gecko art im Herbst 2019 sein Live-Hörspielprogramm HIER SPRICHT ZEIT an unterschiedlichen Spielorten in Wien. Wie im Vorjahr, als gecko art performative und partizipativ-modulare Konzepte zum Thema „Sprache und Sprachmissbrauch“ gestartet hatte, sollen Wahrnehmungsperspektiven eröffnet und in vorwiegend auditiv-künstlerischer Form ausgearbeitet und präsentiert werden. Dabei spielt der Live-Charakter der Präsentationen („audio on stage“) eine wesentliche Rolle.

   

Audioworkshop Juli 2019

AUDIOWORKSHOPS UND PERFORMANCE der Gruppe gecko art
im Rahmen des art contains-Projekts ZEIT LASSEN

Die Teilnehmenden machen ZEITERFAHRUNG und ZEITERLEBEN in KLANG und SPRACHE hörbar. Nach eigenen Ideen entwickeln sie Soundtracks und Performance-Elemente. Sie nehmen eigene Texte mit ihren STIMMEN auf und haben die Möglichkeit, szenische Acts live in die ABSCHLUSSPERFORMANCE einzubringen.

Das Projekt fand am 25. und 26.07.2019 statt und beinhaltete zwei Audioworkshops für Interessierte sowie die Abschlussperformance „SEKUNDENBRUCH am 27.07.2019 in der „Bienenvolk-Schule“ in St. Ruprecht im Murtal, Stmk.

Die Veranstaltungen finden im Rahmen des art contains-Projekts KUNST UND LANDWIRTSCHAFT statt (Kuratorin: Gertrude Moser-Wagner)

Mit diesem Projekt knüpft das gecko art-Duo an seine experimentellen Performancezeiten der 90er-Jahre an: Das mobile Audiostudio der Gruppe steht bereit: Sprache und Klang werden in Bühnenszenen ausagiert, Wechselwirkungen zwischen Körper und (analogem wie digitalem) Sound werden ausgelotet. Und stets spielen dabei Fragen nach Zeit an sich, nach Zeit an mir, an dir und/oder an uns tragende SPRECHROLLEN. Trägt die Zeit uns – oder tragen wir die Zeit? Was ist „wir“? Stehen „wir“ innerhalb oder außerhalb der Zeit? Zeit lassen? Lassen wir Zeit eine Auszeit nehmen? Gemeinsam mit den Teilnehmenden wollen Evelyn Blumenau und Walter Kreuz diesen Fragen nachgehen.

Außerzeitlichkeit spielt auch in Walter Kreuz‘ neuem Buch „Sekundenbruch auf Straße 4“ (edition splitter wien, 2018) eine entscheidende Rolle. Das Spiel mit der Sekunde „null“, ein Nullsekundenspiel ermöglicht immer tieferes Eintauchen in immer kürzere Zeiteinheiten. Indem man Sekunden bricht, bereichert man Erfahrung und „verstört“ geregelte Tagesabläufe Anderer ringsum …

Wer sich nicht aus dem Spiel (mit) der Zeit herausnimmt, spürt möglicherweise die Kraft der Zyklen (der Natur) und der periodischen Wiederkehr, nimmt Veränderung wahr oder leugnet sie. Wer gern protokolliert oder beschreibt, entwirft ein Stenogramm der Zeit und der Zeiten, in denen sie/er lebt. Oder man wandert – sprechend, tönend oder stumm – durch grundlegende Fragestellungen wie etwa: Was ist Zeit? Was sagt die Physik, was die Philosophie, was die Ökonomie, was die Kunst? Wie empfinden wir Zeit? Wie nützen wir Zeit, was ist „kostbar“ an Zeit? Was bewirkt Beschleunigung im Alltag, wie verändert Verlangsamung das tägliche Leben? Wie gehen wir mit Stress um, wie mit Überforderung, wie mit Langeweile?

Das Thema Zeit …

Die Gruppe gecko art widmet sich ab 2019 verstärkt dem Thema „Zeit“ in unterschiedlichen Erscheinungsformen und Zusammenhängen, wobei mehrere „Parallelprojekte“ entstanden sind, die im Projektzyklus ZEIG MIR, WAS ZEIT IST zusammengefasst sind. So präsentiert gecko art im Herbst 2019 sein Live-Hörspielprogramm HIER SPRICHT ZEIT an unterschiedlichen Spielorten in Wien. Wie im Vorjahr, als gecko art performative und partizipativ-modulare Konzepte zum Thema „Sprache und Sprachmissbrauch“ gestartet hatte, sollen Wahrnehmungsperspektiven eröffnet und in vorwiegend auditiv-künstlerischer Form ausgearbeitet und präsentiert werden. Dabei spielt der Live-Charakter der Präsentationen („audio on stage“) eine wesentliche Rolle.

Sondersendung zum Weltradiotag 2020

„Schluss mit Klischees! Der Gott des Sehens fällt.“

Unter diesem Titel brachte die Gruppe gecko art eine Sondersendung im Rahmen des internationalen UNESCO-Weltradiotags, der jährlich am 13. Februar (dem Jahrestag der Gründung des Radios der Vereinten Nationen) begangen wird und 2020 unter dem Motto Radio & Diversity stand. gecko art blickt – bzw. „hört“ in dieser Sendung auf beinahe 20 Jahre Radiokooperation mit dem Bundesblindeninstitut in Wien sowie anderen Organisationen zurück.

DIE SENDUNG KANN HIER NACHGEHÖRT WERDEN. Ausstrahlungstermin war DO, 13.02.2020 (Sendereihe WBC – We BroadCast auf Radio Orange 94.0) UKW/FM 94,0, Kabel 92,7

Wie sehr die Begegnung mit blinden Menschen Verunsicherung auslöst, erstaunt in einer Gesellschaft, die sich als offen, integrativ und inklusiv erweisen will. Oft werden Blinde und Sehbehinderte in erster Linie als hilfsbedürftig wahrgenommen, was in vielen Situationen eine übertriebene oder schlicht falsche Hilfeleistung zur Folge hat.

Im Laufe von 20 Jahren entstanden zahlreiche Audiobeiträge von blinden und sehbehinderten Menschen. Diese thematisieren mit viel Vehemenz und Entschlossenheit unterschiedlichste gesellschaftliche Bereiche: Sie sprechen über Erziehung, über Sucht, über die Stellung der Frau in anderen Erdteilen, über Sport, über Ausländerfeindlichkeit, über Flucht, über ihre Erstsprachen, über Lebensglück – und über Blindheit und in wie weit dieselbe klischeehaften Reaktionen in der Öffentlichkeit ausgesetzt ist. Die 30minütige Sendung präsentiert Auszüge aus Hörbeiträgen, Hörspielen und Gesprächsrunden aus 25 Sendungen. Auch wird die Frage aufgeworfen, warum immer noch so wenige blinde Menschen gesellschaftliche Entscheidungsfunktionen in Politik und Wirtschaft innehaben (trotz abgeschlossem Studium und diverser Zusatzausbildungen und Qualifikationen). Der Weg zu tatsächlicher „Inklusivität“ scheint sich in Absichtserklärungen, Wortblasen, Euphemismen und kosmetischen verkehrstechnischen Maßnahmen zu erschöpfen, während visuelles Selbstverständnis und Bild-Überfrachtung ständig zunehmen – was den Gott des Sehens freut. Wann fällt er endlich?

Stadt ohne Hindernisse, Hörbuch Praterstern & Co

Am Anfang der 2000er Jahre erhielt das gecko art-Team den Auftrag zur Audiogestaltung der Ausstellung „barrierefrei! Stadt ohne Hindernisse“ in der Planungswerkstatt Wien. Eines der Features, welche damals entstanden sind und an mehreren Hörstationen in der Ausstellung präsentiert wurden, entstand in Zusammenarbeit mit blinden und sehbehinderten Menschen und trug (in Anlehnung an Reinhard Mays Lied) den Titel „Unter den Wolken …“. Dass Blinde in der Mitte der Gesellschaft leben und keineswegs in einer „eigenen Welt“, zeigten alle folgenden Radioproduktionen auf eindrucksvolle Weise. So etwa machten sich Blinde Gedanken, in wie weit der Mensch ein Produkt seiner Erziehung sei („Das Edukterat“) oder wie das ist, wenn man auf poetische Weise seinen „schlimmsten Albtraum, den Alltag“, träumt. Mit „Passt eh ois, oda?“ begaben sich Blinde und Sehbehinderte vor den Radiomikrofonen auf die Suche nach dem Lebensglück.

Ein „Highlight“ im akustischen Sinne war das zweijährige Sendungsprojekt „Hörbuch Praterstern“, in dem ein bekannter Platz in Wien aus unterschiedlichsten Wahrnehmungsperspektiven beschrieben und erforscht wurde – auch mittels Kurzhörszenen und Spontanhörspielen. Nachzuhören waren diese Praterstern-Beiträge im Rahmen einer audiovisuellen Ausstellung. Aber auch spezifische Themen und Anliegen von blinden Menschen wurden zur Sprache gebracht. In der Sendung „Wo ist dort?“ werden – mit einer gehörigen Portion Humor – Erlebnisse mit Sehenden wiedergegeben, und in ihrer Sendung „Sehbeeinträchtigung für Anfänger“ erstellen Blinde u.a. ironisch-akustische Anleitungen, wie richtige Hilfeleistung ihnen gegenüber im öffentlichen Raum vonstatten gehen könnte. Die angesprochenen Themen bieten ein treffendes Hörbild nicht nur zur Teilhabe an gesellschaftlichen Überlegungen, sondern auch zur Selbstreflexion über eine nicht vorhandenene oder stark eingeschränkte Sehfähigkeit.

WBC – Redaktionelle Radioarbeit

Die Radioredaktion WBC-We BroadCast – HORCH-IMPULSE FÜR ALLE wurde in der zweiten Phase ihres Bestehens von blinden und sehbehinderten SchülerInnen des Polytechnischen Lehrgangs am Bundesblindeninstitut in Wien mitgestaltet.

Von den jungen Redaktionsmitgliedern erstellt wurden damals Sendungen in einer breiteren Themenpalette, in welcher neben kritisch-informativer Berichterstattung auch Unterhaltung eine (Radio-)Rolle spielte. Diese Sendungen kreisten um Musik, Urlaub, Kommunikation, Fantasie und Science Fiction. Mit der Sendereihe WBC-We BroadCast haben Gruppen die Möglichkeit, über längere Zeiträume Radioprogramm zu gestalten und sukzessive „ihr“ Programm-Portfolio zu erstellen, das über die Produktion von Einzelsendungen hinausgeht. Dabei werden alle Projektschritte gemeinsam mit den Teilnehmenden ausgeführt.

Terminübersicht

Derzeit sind wir in interner Projektentwicklungsphase und bereiten dafür spezielle Audiokonzepte vor. Sobald neue Performances bzw. partizipative Audioprojekte für interessierte Personengruppen geplant sind, werden die Termine hier vermerkt sein.

Projektjournal zu ‚SAG’S VIELEN … VIELEN!‘

Diese Artikel fassen bisherige Projektaktivitäten zu „SAG’S VIELEN … VIELEN“ zusammen. Von April bis Oktober fanden 9 „WorDshops“ bzw. Gesprächsrunden sowie 7 Live-Hörspielveranstaltungen statt, die in Kooperation mit Basis.Kultur.Wien, den büchereien wien sowie KulturKontakt Austria durchgeführt wurden.

Projektzeitraum 1: Jänner bis Juni 2018
Planungsphase, Gesprächsrunden und WorDshops

Mit Ende Juni 2018 wurden die ersten beiden Phasen des Audioprojekts „Sag’s vielen … vielen!“ der Gruppe gecko art abgeschlossen. Dies waren einerseits die generelle PROJEKTPLANUNGSPHASE sowie die Durchführung von 9 Veranstaltungen unter dem Titel „AUF DEM RÜCKEN DER WORTE“ (5 Gesprächsrunden mit Audiostation für interessierte Personen und 4 WorDshops zu Sprache und Kommunikation für Lehrlinge) mit insgesamt 115 Teilnehmenden. Eines vorweg: Das Thema SPRACHE stieß auf großes Interesse. Über Sprachgebrauch und Sprachmissbrauch – vor allem über Statements von PolitikerInnen und deren mitunter unreflektierte Wiedergabe in Medien zu sprechen, war für viele Teilnehmenden ein großes Anliegen. Die Gesprächsrunden boten auch die Möglichkeit eines diskursiven Austauschs in Echtzeit. GesprächspartnerInnen vor Ort nehmen einander anders wahr als AkteurInnen in Sozialen Netzwerken.

> Info zu den Gesprächsrunden Mai/Juni 2018

Die Veranstaltungen bestanden aus zwei Teilen – zunächst aus dem gemeinsamen Gespräch, danach aus optionalen Sprechaufnahmen an den jeweils aufgebauten mobilen Audiostationen. Das Aufnahme-Modul wurde auch rege in Anspruch genommen. Bei den Veranstaltungen entstand über 160 Minuten Aufnahmematerial.

Partner und Aktionsorte im Projektzeitraum 1

Schon zu Projektbeginn war es wichtig, das Veranstaltungen und Treffen nicht nur als punktielle und isolierte Ereingnisse zu sehen, sondern auch „Querverbindungen“ zwischen den einzelnen Orten zu schaffen. Speziell dafür wurde auch dieses „Projektjournal“ angelegt, eine Art Reportage in progress, in welcher auch alle PartnerInnen genannt und sukzessive vorgestellt werden sollen.
Für die Projektveranstaltungen selbst waren zunächst die Wiener Bezirke Leopoldstadt, Neubau, Simmering, Rudolfsheim-Fünfhaus, Penzing und Brigittenau vorgesehen. Weitere Projektpartner waren Berufsschulen aus Margareten, Rudolfsheim-Fünfhaus und Ottakring. Informell waren zahlreiche Personen vor Ort in das Projekt eingebunden. Das Projektteam war dazu in den Bezirken unterwegs, hatte mit ProjektpartnerInnen und Vereinen in diesen Bezirken Vorbesprechungen und Besichtigungen. U.a. waren bzw. sind dies:

Hauptbücherei Urban Loritz-Platz, 1070 Wien
Bücherei im Bildungszentrum Simmering, Gottschalkgasse, 1110 Wien
Städtische Bücherei Pappenheimgasse, 1200 Wien
Verein spacelab Sachsenplatz, 1200 Wien
Bezirksmuseum Simmering, 1110 Wien
Gebietsbetreuung Stadterneuerung Max Winter Platz, 1020 Wien
Louis Braille Haus / Blindenverband für Wien, NÖ und Bgld, 1140 Wien
Kulturverein Rudolfsheim, 1150 Wien
Brick-5, 1150 Wien
Verein froff, 1150 Wien
Radio Orange 94.0, 1200 Wien
Berufsschule für Verwaltungsberufe, 1050 Wien
Berufsschule für Bürokaufleute, 1150 Wien
Berufsschule für Frisur, Maske und Perücke, 1160 Wien
Berufsschule für Handel und Administration, 1160 Wien

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