Projektjournal zu „SAG’S VIELEN … VIELEN

Projektzeitraum 1: Jänner bis Juni 2018
Planungsphase, Gesprächsrunden und WorDshops

Mit Ende Juni 2018 wurden die ersten beiden Phasen des Audioprojekts „Sag’s vielen … vielen!“ der Gruppe gecko art abgeschlossen. Dies waren einerseits die generelle PROJEKTPLANUNGSPHASE sowie die Durchführung von 9 Veranstaltungen unter dem Titel „AUF DEM RÜCKEN DER WORTE (5 Gesprächsrunden mit Audiostation für interessierte Personen und 4 WorDshops zu Sprache und Kommunikation für Lehrlinge) mit insgesamt 115 Teilnehmenden. Eines vorweg: Das Thema SPRACHE stieß auf großes Interesse. Über Sprachgebrauch und Sprachmissbrauch – vor allem über Statements von PolitikerInnen und deren mitunter unreflektierte Wiedergabe in Medien zu sprechen, war für viele Teilnehmenden ein großes Anliegen. Die Gesprächsrunden boten auch die Möglichkeit eines diskursiven Austauschs in Echtzeit. GesprächspartnerInnen vor Ort nehmen einander anders wahr als AkteurInnen in Sozialen Netzwerken.

Die Veranstaltungen bestanden aus zwei Teilen – zunächst aus dem gemeinsamen Gespräch, danach aus optionalen Sprechaufnahmen an den jeweils aufgebauten mobilen Audiostationen. Das Aufnahme-Modul wurde auch rege in Anspruch genommen. Bei den Veranstaltungen entstand über 160 Minuten Aufnahmematerial.

Partner und Aktionsorte im Projektzeitraum 1

Schon zu Projektbeginn war es wichtig, das Veranstaltungen und Treffen nicht nur als punktielle und isolierte Ereingnisse zu sehen, sondern auch „Querverbindungen“ zwischen den einzelnen Orten zu schaffen. Speziell dafür wurde auch dieses „Projektjournal“ angelegt, eine Art Reportage in progress, in welcher auch alle PartnerInnen genannt und sukzessive vorgestellt werden sollen.
Für die Projektveranstaltungen selbst waren zunächst die Wiener Bezirke Leopoldstadt, Neubau, Simmering, Rudolfsheim-Fünfhaus, Penzing und Brigittenau vorgesehen. Weitere Projektpartner waren Berufsschulen aus Margareten, Rudolfsheim-Fünfhaus und Ottakring. Informell waren zahlreiche Personen vor Ort in das Projekt eingebunden. Das Projektteam war dazu in den Bezirken unterwegs, hatte mit ProjektpartnerInnen und Vereinen in diesen Bezirken Vorbesprechungen und Besichtigungen. U.a. waren bzw. sind dies:

Hauptbücherei Urban Loritz-Platz, 1070 Wien
Bücherei im Bildungszentrum Simmering, Gottschalkgasse, 1110 Wien
Städtische Bücherei Pappenheimgasse, 1200 Wien
Verein spacelab Sachsenplatz, 1200 Wien
Bezirksmuseum Simmering, 1110 Wien
Gebietsbetreuung Stadterneuerung Max Winter Platz, 1020 Wien
Louis Braille Haus / Blindenverband für Wien, NÖ und Bgld, 1140 Wien
Kulturverein Rudolfsheim, 1150 Wien
Brick-5, 1150 Wien
Verein froff, 1150 Wien
Radio Orange 94.0, 1200 Wien
Berufsschule für Verwaltungsberufe, 1050 Wien
Berufsschule für Bürokaufleute, 1150 Wien
Berufsschule für Frisur, Maske und Perücke, 1160 Wien
Berufsschule für Handel und Administration, 1160 Wien

Erfahrungsbericht zu den Gesprächsrunden und WorDshops
„AUF DEM RÜCKEN DER WORTE“

In allen 9 Veranstaltungen (mit persönlicher Anmeldung von Einzelpersonen) griffen die Teilnehmenden das Thema SPRACHE sehr rasch auf. Über Sprache & Sprachgebrauch zu sprechen, schien ein großes Anliegen zu sein. Jedenfalls verliefen alle Gesprächsrunden in einer äußerst beredten Atmosphäre, ohne das sich die SprecherInnen einander ins Wort fielen. Dabei wurde auch wiederholt vom Sprachgebrauch in Politik und Medien gesprochen, Aussagen von PolitikerInnen diskutiert bzw. durchleuchtet und auch erörtert, in wie weit durch Sprache Verunsicherung und Angst erzeugt wird (Fallbeispiele gab im Projektzeitraum Mai/Juni 2018 ja genug).

Auffällig war, wie gut die Mitdiskutierenden informiert waren und oft die selben aktuellen Medienmeldungen einer gemeinsamen Analyse unterzogen. Vor allem bei den Workshops im Bezirksmuseum Simmering (08.05.2018), im „froff“ – Verein für alles Gute (20.06.2018) sowie im Seminarraum von Radio Orange 94.0 (26.06.2018) entwickelten sich komplexe Gedankengänge von VertreterInnen einer äußerst kritischen und wachsamen Öffentlichkeit, aber auch zu den anderen Terminen war man dem Sprachmissbrauch auf der Spur. Da die Teilnehmenden nach der Diskussion die Möglichkeit hatten, an der Audiostation Statements festzuhalten, entstanden auch lyrisch-reflektierende und sehr persönliche Hörbeiträge (etwa im Louis Braille Haus) oder Audio-Gesprächsrunden (wie in der Gebietsbetreuung Stadterneuerung Max Winter-Platz). Insgesamt beteiligten sich 51 Personen zwischen 18 und 76 Jahren an den Gesprächsrunden, die in Kooperation mit der Programmreihe KULTUR VOR ORT von Basis.Kultur.Wien durchgeführt wurde.

Die Lehrlinge aus den oben genannten Berufsschulen verfassten an den WorDshop-Terminen 09.05., 30.05., 05.06. und 19.06.2018 mitunter auch musikalische Beiträge oder Hörszenen und hinterfragten darin auch den Sprachgebrauch bzw. Sprachmissbrauch in ihren eigenen Lebenswelten (z.B. Mobbing). Die Beiträge der Lehrlinge kamen im Juni 2018 als Radiosendungen zur Ausstrahlung. Insgesamt 63 Lehrlinge zwischen 17 und 21 Jahren nahmen an den WorDshops teil, die in Kooperation mit dem KulturKontakt Austria-Programm K3 – Kulturvermittlung mit Lehrlingen von sowie der Reihe GO FOR CULTURE von Basis.Kultur.Wien stattgefunden haben.