Walter Kreuz / Info

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la_geckoart_001Walter Kreuz
will / muss sprache laufen, fließen, tönen lassen

Er wurde 1958 in Wien geboren, hat 1976 ebenda maturiert und wurde nach einigen Studienjahren weiser, erwies sich nach Schauspielausbildung jedoch dramaturgisch versierter. Nach einem zweijährigen Zwischenstopp als Filmemacher ist Kreuz seit 1984 SCHAUSPIELER, KUNSTSCHAFFENDER, AUTOR und AUDIOPERFORMER.

Als Ensemblemitglied verschiedener Theatergruppen durchspielte er die 1980er Jahre – u.a. in Stücken von Frisch, Dürrenmatt (Theater Spielraum Wien) und Shakespeare (Akteurs, Theaterperspektiv). Als Outdoor-Performer baute und bewegte er ein Jahrzehnt später Riesenmarionetten und Hörobjekte durch den öffentlichen Raum.

Als Gründungsmitglied der Gruppe gecko art leitet er seit 1993 gemeinsam mit der Schauspielerin und Sängerin Evelyn Blumenau partizipative Audioprojekte mit Gastauftritten in zahlreichen europäischen Städten und steht in Leseperformances und Live-Hörspielen mit ihr gemeinsam auf der Bühne.

la_geckoart_003Apropos Bühne: Sprechbühnen betritt Kreuz mit seinen Texten seit 2008 (u.a. im Museumsquartier Wien, in Galerien, Bibliotheken oder auf der Frankfurter Buchmesse). Für Radio und Audioplattformen textet und produziert er seit 2010 Hörspiele, Audiostücke und Radiofeatures – denn: Sprache muss laufen, fließen, tönen. Ob aus dem Kreuz’schen Autorenmund, per Magnetabtastung des Tonbands oder mittels digitaler Ablesung des Audiofiles direkt von Festplatten – ja, jede Verlautung von Sprache öffnet Türen, überwindet Grenzen, lässt aufhorchen, lässt Wechselwirkungen zwischen gesprochenem Wort und gedrucktem Text wahrnehmen.

Walter Kreuz / Werklistenauszug
Was lief, was tönte, was floss? Was ist aktuell, was fließt permanent?

1985 – A Midsummer-Night’s Dream / William Shakespeare (Produktion und Schauspiel)
1988-1989 – Satyricon unter den Gassen (Solostück frei nach Titus Petronius Arbiter)
1989 – The Merry Wives of Windsor / William Shakespeare (Produktion und Schauspiel)
1993 – Freizeit-Denkzeit-Sternzeit (Ausstellungsmodul mit Audio-Objekten, Palais Palffy, Wien)
1994-1998 – Speak up-Sessions und Audioworkshops regional und international
1999-2002 – Partizipative Spracherfindungsprojekte (Wien)
2003-2005 – Partizipative Hörspiel-Brücken, u.a. mit Medienpartnern aus Nigeria
2005-2007 – Audiomodule für die Ausstellung TonAU (Sprecher, Soundmixer und Produzent)
2008 – Karlas Lauf gegen die Raumzeit (Buchpublikation, Edition Roesner)
2009 – Der Spiegelgänger (Buchpublikation und Live-Hörspiel, DAS SPRECH)
2010 – Start der Projektreihe Krenzwalter (Leseperformances)
2012 – Wie leben (Textpublikation und Leseperformance, DAS SPRECH)
2012 – So etwas wie die Wiege der Welt (Hörspiel, Text und Produktion)
2013 – Wunderbarer Schreck (Radiostück, Text und Produktion)
2013 – In the Line with Earth (Radiostück, Text und Produktion)
2014 – Wunsch. Nach Feind. Plus Bild (Radiostück, Text und Produktion)
2014 – Organion oder Das Ende des Aprils (Buchpublikation, Live-Hörspiel, DAS SPRECH)
2015 – Dies ist die Wiedergabe meines Gesichts (Radiostück, Text und Produktion)
2016 – Dinge in der Hand, die Sachen machen (Radiofeature, Text und Produktion)

Auszeichnungen (Auswahl)

2002 – Hans Czermak-Preis für das Projekt Out of Babel (gemeinsam mit Evelyn Blumenau)
2009 – European Podcast Award (Hamburg)
2010 – Radiopreis der Erwachsenenbildung (gemeinsam mit Evelyn Blumenau)
2011 – Radiopreis der Erwachsenenbildung (gemeinsam mit Evelyn Blumenau)
2011 – Nominierung für den Europäischen Civis-Radiopreis (Berlin)
2013 – Nominierung zum Radiopreis der Erwachsenenbildung (gemeinsam mit Evelyn Blumenau)
2014 – Nominierung zum Radiopreis der Erwachsenenbildung (gemeinsam mit Evelyn Blumenau)
2016 – Nominierung zum Radiopreis der Erwachsenenbildung (gemeinsam mit Evelyn Blumenau)
2017 – Nominierung für /// Das glühende Knopfmikro des Berliner Hörspielfestivals (gemeinsam mit E. Blumenau)

geckoart_label_wa02Walter Kreuz  / Textauszug aus ORGANION oder Das Ende des Aprils
(DAS SPRECH, 2014, ISBN 978-3-200-03558-4)

(…) Hintzen lacht. Er hat gut kullern, er sitzt als einziger obenauf, und zwar auf Wladimir-Wladimirs Schultern. Dieser schwimm-tritt nicht nur die Schwaden des uneigentlichen Ozeans, sondern steht bis zu den Knien im Teich. Quecksilberfarbene Schweißperlen kollern an ihm herab. Im selben Teich, einen Lachssprung entfernt, liegt Dorit-Elisabeth Kowsky mit ihrem Bett vor Anker, an dessen Bug Maja im Sitzen schlummert. Um beide Frauen kreist Kurt mit seinem Rollstuhl-Raddampfer. Sehe im Augenwinkel, wie Mobiltelefontasten gedrückt, wie Displays kleiner schwarzer Dinger angetippt werden, und vermute, dass wir in Bälde von einem Polizeiaufgebot umzingelt sein würden. Ja, es würde einiges zu erklären sein (…)

Auszüge aus Rezensionen zu Texten von Walter Kreuz

(…) Bei Walter Kreuz geht es zu wie in den wildesten Fantasy-Geschichten. Nix is fix, alles ist möglich. Zeit und Raum sind keine Konstanten, ganz im Gegenteil: unsere gewohnte Raumzeit leidet unter akuter Strukturschwäche, was auch zur Folge hat, dass nichts dagegen spricht, wenn zwei Bäume und ein mittelschweres Eisentor ein Geschehen kommentieren, das sich fern von ihnen abspielt. (…)
Sabine Dengscherz (Online-Magazin des Literaturhauses Wien)

(…) Mir scheint, dass hier ein Autor die wesentlichen Traditionen der modernen Poesie und Prosa in einer gänzlich neuen und unbefangenen Weise weiterführt, wir haben in der deutschen Sprache ohnehin wenig Hergebrachtes, angefangen von Jean Paul, DADA, Arno Schmidt, der konkreten Dichtung nach 1945, Ernst Jandl, Marc Adrian, Teile der Arbeiten der sogenannten Wiener Dichtergruppe, oder auch des Rezensenten. Ich will auch Marianne Fritz in diesem Zusammenhang erwähnen (…)
Hermann J. Hendrich (E-Journal)

(…) Sprache sei „Gedankenwiedergabe in Lauten oder anderen wahrnehmbaren Zeichen”, heißt es. Diese Erläuterung hat sich der Autor zu Herzen genommen. Denn der Text lotet auf das Erfrischendste mit Phonetik und Grafik die verschiedenen Sprachbereiche aus (…)
Sophie Reyer (Literaturzeitschrift schreibkraft)