Audio am BRETT

Urplötzlich sind wir auf DAS BRETT gestoßen.

Genau. BRETT – diese uncharmante Bezeichnung für ein zugeschnittenes Stück Flachholz hat uns inspiriert. DAS BRETT als Tischfläche, als Arbeitsfläche, als Bauelement. DAS BRETT aber auch als Klangobjekt, welches sich der Digitalisierung mit jeder Faser und jedem Astloch erfolgreich widersetzt.

DAS BRETT hat uns nicht mehr losgelassen.

Mehr noch – Audioarbeiten, Radiostücke, Hörspiele erhalten nach und nach ihre Plätze auf DEM BRETT, werden zu Audios AM BRETT oder kurz: zu BRETTcasts. Mal sehen – nein: mal hören, ob zwischen mp3-Codierungen und BRETTmaserungen Impulse hin und her springen. Höchstwahrscheinlich, vermuten wir. Audio AM BRETT schwingt also (das Holz, welches sich als Buche entpuppt, macht mit, versteht sich, aber wohl nicht im standardmäßigen 44100 Hertz-Bereich).

Wir tragen DAS BRETT ins Audiolabor. DAS BRETT trägt Stimmen & Sound.

Audio AM BRETT reflektiert, BRETTikettiert, spiegelt die Zeit IM BRETT, verzögert, hält inne, beschleunigt. Ja, manchmal geht es BRETT auf BRETT, auch was Vision und Fantasie anbelangt. Dies führt uns zum Wortspiel (gesprochen oder gesungen), zum Stimmspiel, zum BRETTspiel. Doch nicht ohne Genuss, denn KäseBRETT und BRETTljause sind immer dabei. (hoffen wir zumindest für die Hungrigen unter den HörerInnen).

So oder so: Willkommen AM BRETT.

Irrational Numbers – Irrational Minds

Radiostück der Gruppe gecko art / 08:56

AM BRETT 121/10.03.2013: Dieses Radiostück der Gruppe gecko art war ein Beitrag zum ‚PI-Day 2013′ für den 14. März (inoffizieller Feiertag zu Ehren der Kreiszahl ‚PI‘, begangen jeweils am 14.3. – in der Schreibweise 3-14 ergeben sich die ersten drei Ziffern von ‚PI‘). Irrational Numbers – Irrational Minds weiterlesen

So etwas wie die Wiege der Welt

Kurzhörspiel der Gruppe gecko art / 20:32

AM BRETT 119/04.01.2012: Mit jedem Vormittag in der Notaufnahme beginnt eine neue „kurze Geschichte zur Diversität“. Kann Krankenhaus ein integrativer Ort sein? – Draußen Novembernebel, drinnen Menschen verschiedenster Kulturkreise, die auf ihre Behandlung warten. So etwas wie die Wiege der Welt weiterlesen

Walter Kreuz / Info

Zurück zum gecko art-Team

Walter Kreuz
will / muss sprache laufen, fließen, tönen lassen. Er wurde nach einigen Studienjahren weiser, erwies sich nach Schauspielausbildung jedoch dramaturgisch versierter. Nach einem zweijährigen Zwischenstopp als Filmemacher ist Kreuz seit 1984 KUNSTSCHAFFENDER, AUTOR, AUDIOPERFORMER, SCHAUSPIELER/HÖRSPIELER.

Als Ensemblemitglied verschiedener Theatergruppen durchspielte er die 1980er Jahre – u.a. in Stücken von Frisch, Dürrenmatt (Theater Spielraum Wien) und Shakespeare (Akteurs, Theaterperspektiv). Als Outdoor-Performer baute und bewegte er ein Jahrzehnt später Riesenmarionetten und Hörobjekte durch den öffentlichen Raum.

Als Gründungsmitglied der Gruppe gecko art leitet er seit 1993 gemeinsam mit der Schauspielerin und Sängerin Evelyn Blumenau partizipative Audioprojekte mit Gastauftritten in zahlreichen europäischen Städten und steht in Leseperformances und Live-Hörspielen mit ihr gemeinsam auf der Bühne.

Apropos Bühne: Sprechbühnen betritt Kreuz mit seinen Texten seit 2008 (u.a. im Museumsquartier Wien, in Galerien, Bibliotheken oder auf der Frankfurter Buchmesse). Für Radio und Audioplattformen textet und produziert er seit 2010 Hörspiele, Audiostücke und Radiofeatures – denn: Sprache muss laufen, fließen, tönen. Ob aus dem Kreuz’schen Autorenmund, per Magnetabtastung des Tonbands oder mittels digitaler Ablesung des Audiofiles direkt von Festplatten – ja, jede Verlautung von Sprache öffnet Türen, überwindet Grenzen, lässt aufhorchen, lässt Wechselwirkungen zwischen gesprochenem Wort und gedrucktem Text wahrnehmen.

Walter Kreuz / Werklistenauszug
Was lief, was tönte, was floss? Was ist aktuell, was fließt permanent?

1985 – A Midsummer-Night’s Dream / William Shakespeare (Produktion und Schauspiel)
1987-1988 – Der Auswanderbaum / Aquarium (W & W / Coproduktion und Schauspiel)
1988 – Biedermann und die Brandstifter / Max Frisch (Theater Spielraum / Schauspiel)
1988 – Portrait eines Planeten / Friedrich Dürrenmatt (Theater Spielraum / Schauspiel)
1988-1989 – Satyricon unter den Gassen (Solostück frei nach Titus Petronius Arbiter)
1989 – Erich Kästner-Revue „Das Leben ist kein Kuchen“ (Theater Spielraum /Schauspiel)
1989 – The Merry Wives of Windsor / William Shakespeare (Produktion und Schauspiel)
1993 – Freizeit-Denkzeit-Sternzeit (Ausstellungsmodul mit Audio-Objekten, Palais Palffy, Wien)
1994-1998 – Speak up-Sessions und Audioworkshops regional und international
1996-2003 – Gulliver, der sprechende Riese / walking act (Installation und Schauspiel)
1998-2008 – Aslak macht einen Stallo u.a. / Wintertheaterzyklen (Schauspiel)
1998-2008 – Schlitten mit dem lachenden Rentier / walking act (Installation und Schauspiel)
1998-2009 – Das Wanderschiff / walking act und Stationentehater (Installation und Schauspiel
1999-2002 – Partizipativ-szenische Spracherfindungsprojekte mit Theaterstationen (Wien)
2002 – twinshipping / Grenzüberschreitende Kunstsprachen-Theateraltionen und -stationen
2002 – Babel-Sprachvagabunden / Stationentheater und walking act (Installation und Schauspiel)
2003-2005 – bookstages / Internationale Open air-Performances (Acoustic Literature Map of Europe)
2003-2005 – Partizipativ-szenische Hörspiel-Brücken, u.a. mit Medienpartnern aus Nigeria
2004 – Onkel Herbert und die Reise zum Quadrat (Coproduktion und Schauspiel)
2004 – 2008 – Vilgor und die Torkeltaube / Stationentheater und walking act (Schauspiel)
2005-2007 – Audiomodule für die Ausstellung TonAU (Sprecher, Soundmixer und Produzent)
2008 – Karlas Lauf gegen die Raumzeit (Buchpublikation, Edition Roesner)
2009 – Der Spiegelgänger (Live-Hörspiel (DAS SPRECH)
2010-2012 – Lauf, Karla, lauf (Szenische Leseperformances)
2010-2017 – Projektreihe Krenzwalter (Szenische Leseperformances)
2012 – Wie leben (Textpublikation und Leseperformance, DAS SPRECH)
2012 – So etwas wie die Wiege der Welt (Hörspiel, Text und Produktion)
2013 – Wunderbarer Schreck (Radiostück, Sprecher, Text und Produktion)
2013 – In the Line with Earth (Radiostück, Text und Produktion)
2014 – Wunsch. Nach Feind. Plus Bild (Radiostück, Sprecher, Text und Produktion)
2014-2015 – Organion oder Das Ende des Aprils (Buchpublikation, Live-Hörspiel, DAS SPRECH)
2015 – Dies ist die Wiedergabe meines Gesichts (Radiostück, Sprecher, Text und Produktion)
2016 – Dinge in der Hand, die Sachen machen (Radiofeature, Sprecher, Text und Produktion)
2016 – ENGEL 3.0 – dreh dich um und schrei (Live-Hörspiel, Text und Produktion)
2017 – Diese „M“ – überall ist sie, überall spricht sie (Radiofeature, Text und Produktion)
2018 – Sag’s vielen … vielen! (Live-Hörspiel, Text und Produktion)
2018 – Sekundenbruch auf Straße 4 (Buchpublikation, Edition Splitter, Wien)
2019 – (k)EINE ZEIT FÜRS EHRENAMT (Szenisches Live-Hörspiel, Text und Produktion)
2019 – SEKUNDENBRUCH (als szenische Lese-Performance, Text und Produktion)
2019 – SEEZEIT (Seebetönung, Hör-, Theaterstation und Projektausstellung Audio am See)
2019 – HIER SPRICHT ZEIT (Szenisches Live-Hörspiel, Text und Produktion)
2019 – Mahmoud und die Kunst des Kopiergesprächs (Radiofeature, Text und Produktion)
2020 – 2020 – DIE LUFT DIESES SOMMERS (Open air-Performance, Text und Produktion)
2020-2022 – art for science on air (Audiofeature-Zyklus, Podcast und Produktion)
2021-2022 – Audioproduktion für APROPOS OBJEKTE (Audiofeaturezyklus und Podcast)
2023 – Audioproduktion für future lines (Podcast und Audiovision)
2023 – Audioproduktion für GRAMMATIK DER STILLE (Audiofeature und Audiovisionen)
2024 – Traumbilder eines Grönlandwals (Live-Performances und Kunstbuch-Unikat)
2024 – Ein Josefstädter Grätzltraum (Szenische Leseperformance, Sprecher)
2025 – Wie leben II (Open air-Leseperformance)
2025 – Gewiefte Maid / Sekundenbruch (Leseperformances)

Auszeichnungen (Auswahl)

2002 – Hans Czermak-Preis für das Projekt Out of Babel (gemeinsam mit Evelyn Blumenau, Wien)
2009 – National Winner of the European Podcast Award (Hamburg)
2010 – 13. Radiopreis der Erwachsenenbildung (Wien)
2011 – 14. Radiopreis der Erwachsenenbildung (Wien)
2011 – Nominierung für den Europäischen Civis-Radiopreis (Berlin)
2013 – Nominierung zum 16. Radiopreis der Erwachsenenbildung (Wien)
2014 – Nominierung zum 17. Radiopreis der Erwachsenenbildung (Wien)
2016 – Nominierung zum 19. Radiopreis der Erwachsenenbildung (Wien)
2017 – Nominierung für /// Das glühende Knopfmikro des Berliner Hörspielfestivals (Berlin)
2017 – 20. Radiopreis der Erwachsenenbildung (Sendung Berufswelten, Wien)
2017 – Nominierung zum 20. Radiopreis der Erwachsenenbildung (Sendung Diese „M“, Wien)
2019 – Nominierung für /// Mikroflitzer des Berliner Hörspielfestivals (Berlin)
2020 – 23. Radiopreis der Erwachsenenbildung (Wien)

 

Walter Kreuz / CODEX KEDUBE – ein Kunstbuch-Unikat / gecko art, Wien 2024

CODEX KEDUBE beinhaltet den Basistext der Lese-Performance TRAUMBILDER EINES GRÖNLANDWALS. Das Buch ist handgebunden, handgeschrieben und enthält Original-Illustrationen aus Tusche, Acryl und Öl. Die zehn Traumbilder der fiktiven Grönlandwal-Unterart KEDUBE sind poetische Zukunfts-Momentaufnahmen eines schöpferischen Zusammenspiels. Kurzer Auszug: „(…) Menschen können – oder können nun wieder – schwach sein, auch wenn sie damit an den Grundfesten der Evolution nagen. (…) Damit oder mit ähnlich verstörenden Aktivitäten hat DAS MENSCHLICHE FESTIVAL begonnen – und beginnt mit jedem Tag aufs Neue“.

 

Walter Kreuz / Textauszug aus SEKUNDENBRUCH AUF STRASSE 4
edition splitter wien, 2018, ISBN 978-3-9504404-4-7
Nachwort Hermann Knoflacher, Illustrationen Lisa Kröll

(…) Die Menschen auf Straße 4 waren erfüllt, sie waren fast trunken von ihrem Sekundenbruch, ihrem Innehalten, ihrer Pattstellung, ihrer Sinneserhebung, ihrem Warten Warten Warten. Was konnte sie denn aufhalten, wenn es wieder so weit wäre, wenn sie nochmals auf die Straße treten würden? Eine Sondereinheit namens Überwachung der Sinne? Ein Ausreiseverbot in die unendlichen Weiten des Mikrokosmos, weil damit die nationalen Grenzen unterschritten würden? Der Bau einer Mauer rund um alle Objekte im Wahrnehmungsbereich des Individuums? (…)

 


geckoart_label_wa02Walter Kreuz  / Textauszug aus ORGANION oder Das Ende des Aprils
DAS SPRECH, 2014, ISBN 978-3-200-03558-4

(…) Hintzen lacht. Er hat gut kullern, er sitzt als einziger obenauf, und zwar auf Wladimir-Wladimirs Schultern. Dieser schwimm-tritt nicht nur die Schwaden des uneigentlichen Ozeans, sondern steht bis zu den Knien im Teich. Quecksilberfarbene Schweißperlen kollern an ihm herab. Im selben Teich, einen Lachssprung entfernt, liegt Dorit-Elisabeth Kowsky mit ihrem Bett vor Anker, an dessen Bug Maja im Sitzen schlummert. Um beide Frauen kreist Kurt mit seinem Rollstuhl-Raddampfer. Sehe im Augenwinkel, wie Mobiltelefontasten gedrückt, wie Displays kleiner schwarzer Dinger angetippt werden, und vermute, dass wir in Bälde von einem Polizeiaufgebot umzingelt sein würden. Ja, es würde einiges zu erklären sein (…)

 

Walter Kreuz / WIE LEBEN – ohneohn mindestens einmalemal am ta°ag
DAS SPRECH, 2012, BN-SPR 003/P-001/2012

(…) Leben entzaubert, Leben verstört, Leben begehrt auf. Was tun bei der Diagnose Leben? WIE LEBEN, wie niemals auf Null schalten, wie alle Schleusen verriegeln, wie dem All gebieten, in eine unerträgliche Leere zu expandieren, um selbst nicht Gefahr zu laufen, sich zu verringern? Wie Aufbegehren mit Wasserwerfern untergehender Systeme ersäufen? – Nichts, keine Salbe hilft bei der Diagnose Leben, keine Algorithmen, keine erlernbaren Techniken, keine Traditionen, keine Religionen, keine Prinzipien verhindern den Ausbruch von Leben. (…)

 

Walter Kreuz / Karlas Lauf gegen die Raumzeit
EDITION ROESNER / artesLiteratur, 2008, ISBN 978-3-902300-38-6

Und wir? Ja, wir geben bald nur mehr ein leises Mmm von uns. Jetzt wird meine Geschichte beginnen. Und ich scheide in der Kraftlosigkeit meines Feldes, seelenlos glücklich. Gegen unendlich konvergierend.

Auszug aus dem Vorwort zum Buch von Peter Miniböck:
„Alles oder nichts? Walter Kreuz hat sich für ALLES entschieden: Er nimmt die Sprache an sich und verfährt mit ihr, als ob sie immer schon ihm gehört hätte: Ein Bilderbuch ohne Bilder, nur aus Sprache ‚gemacht‘ …, schon befinden wir uns in einer Tarkowskischen ZONE des Außerordentlichen, nur Sprechbaren, Schreibbaren. […]

Auszüge aus Rezensionen

Kulturwoche.at (zu SEKUNDENBRUCH AUF STRASSE 4)
Nadja Baha: Was ist da los? Auf der Straße, in den Herzen und Köpfen der Menschen
(…) Philosophische Gedanken zur Stadt werden in kleinen Splittern dargeboten. Da heißt es z.B.: „Stadt war Übergangszone. Stadt war Antithese zu Geborgenheit. Städte wären Unfälle der Erdgeschichte. Städte waren Kopfbahnhöfe des Anthropozäns.“ Alles wunderbare Sätze für Graffitis (…)

Literaturhaus (zu SEKUNDENBRUCH AUF STRASSE 4)
Katia Schwingshandl: Absolute Immanenz: Eine poetische Spekulation
(..). Walter Kreuz spielt sein Spiel der Sprache gut, er will und muss schließlich die Sprache laufen, fließen und tönen lassen. Ohne Zweifel ist er selbst auch ein Stehender, Sitzender, Schauender, Tastender und so ist auch diese in der Edition Splitter erschienene Spekulation zu lesen, zu schauen, die Stille darin beinahe zu hören (…)

Straßenzeitung Augustin, Magazin, Ausgabe 2/2018 (zu SEKUNDENBRUCH AUF STRASSE 4)
Reinhold Schachner: Walter Kreuz‘ spekulativer Umgang mit Stadtraum/Tabula rasa in der «Straße 4»
( ..). «Es entstand unter ihnen [den Menschen auf der Straße 4] ein völlig unaufgeregtes Gespür fürs Nichtsein.» Dabei lehnt sich Walter Kreuz sehr weit aus dem Fenster hinaus auf die Straße. Und es lohnt sich allemal, das Risiko einzugehen, ihm zu folgen, denn der poetische Spekulant stürzt weder ins Esoterische noch ins Dystopische ab (...)

Literaturhaus (zu Karlas Lauf gegen die Raumzeit)
(…) Bei Walter Kreuz geht es zu wie in den wildesten Fantasy-Geschichten. Nix is fix, alles ist möglich. Zeit und Raum sind keine Konstanten, ganz im Gegenteil: unsere gewohnte Raumzeit leidet unter akuter Strukturschwäche, was auch zur Folge hat, dass nichts dagegen spricht, wenn zwei Bäume und ein mittelschweres Eisentor ein Geschehen kommentieren, das sich fern von ihnen abspielt. (…)
Sabine Dengscherz

E-Journal (zu Karlas Lauf gegen die Raumzeit)
(…) Mir scheint, dass hier ein Autor die wesentlichen Traditionen der modernen Poesie und Prosa in einer gänzlich neuen und unbefangenen Weise weiterführt, wir haben in der deutschen Sprache ohnehin wenig Hergebrachtes, angefangen von Jean Paul, DADA, Arno Schmidt, der konkreten Dichtung nach 1945, Ernst Jandl, Marc Adrian, Teile der Arbeiten der sogenannten Wiener Dichtergruppe, oder auch des Rezensenten. Ich will auch Marianne Fritz in diesem Zusammenhang erwähnen (…)
Hermann J. Hendrich

Literaturzeitschrift schreibkraft (zu Karlas Lauf gegen die Raumzeit)
(…) Sprache sei „Gedankenwiedergabe in Lauten oder anderen wahrnehmbaren Zeichen”, heißt es. Diese Erläuterung hat sich der Autor zu Herzen genommen. Denn der Text lotet auf das Erfrischendste mit Phonetik und Grafik die verschiedenen Sprachbereiche aus (…)
Sophie Reyer

Fotos dieser Seite (wenn nicht anders angegeben) :
Regina Leibetseder-Löw, ORF/Verband Österr. Volkshochschulen, Evelyn Blumenau, gecko art

Evelyn Blumenau / Info


Evelyn Blumenau

BEsingen, BEsprechen, BEtexten, BEtönen  

DIE KÜNSTLERIN

Evelyn Blumenau ist ausgebildete Schauspielerin. Recht bald durchschaut sie die Mechanismen der Kategorisierung und Schubladisierung im Kunstbereich. Sie versucht zunehmend, von eigenen Bildern und von Projektionen anderer frei zu werden und entwickelt eine Vorliebe für kuriose und vielschichtige Charaktere, die wenig einordenbar sind.

Als Autorin, Komponistin und Vokalistin entdeckt sie neue Möglichkeiten in diesem Feld des künstlerischen Ausdrucks. Sie schreibt und performt literarische Audiostücke, Lieder, Erzählungen und Essays. Seit dem Jahr 2000 veröffentlicht und präsentiert sie ihre Werke als Leseperformerin und in Audioausstellungen. Ihr Augen- und Ohrenmerk liegt dabei auf Innenwelten und auf Zwischenräumen der äußeren und inneren Wahrnehmung.

Kuriositäten des Alltags und vermeintlich gute Lebensinszenierungen, die oft bloß gutgemeint sind, faszinieren sie. Sie findet dafür ihre (selbst)ironischen und lyrisch-nachdenklichen Ausdrucksformen – im Wort, im Audiostück, in der Fotografie und in Bildwerken (Foto: Georg Oberweger).

DIE GESCHICHTE DAHINTER

Herangewachsen im Wien der 70er, das den jungen Menschen jener Zeit mitunter grau und starr erschien, entscheidet sich Evelyn Blumenau für Schauspiel. Schon mit 17 Jahren (siehe Foto) findet sie ihre erste Theatergruppe und stürzt sich in verschiedene Rollen und Herausforderungen. Sie ist von der knisternden Theateratmosphäre fasziniert und steht von 1981 bis 1998 auf der Bühne.

Literarische Wegbegleiter werden Theaterstücke von Fassbinder, Nestroy, Wilde, Schnitzler, Turrini, Paz, Ayoub, Korherr, Brasch, Frisch und viele mehr. 1988 absolviert sie die sogenannte externe ‚Bühnenreifeprüfung‘ vor einer anonymen Jury. Bis es soweit ist, begleiten sie G.Werdeker, E.Nordegg, S.Bucher, T.Foresti mit der nötigen fachlichen Bühnen-Expertise und trainieren sie in Method Acting, Sprachgestaltung, Bühnenpräsenz.

Auf der Bühne arbeitet sie u.a. mit den Regisseur:innen R.Pittroff, M.Vukotic, G.Schmiedleitner, G.Werdeker, K.Uhlich, E.Drexel, W.Benn, J.C.Hoflehner. Einige der Spielorte sind Theater Spielraum Wien, Projekttheater VorarlbergTheater Phönix Linz, Jura Soyfer-Theater Wien. Auch die Zusammenarbeit mit temporär agierenden freien Gruppen erweitert ihren spielerischen Horizont, tritt jedoch zugunsten von Eigenproduktionen bald in den Hintergrund.

E. Blumenau beginnt ihr künstlerisches Potenzial vermehrt für ihre Kunst- und Projektgruppe gecko art zu nutzen. Sie ersetzt ihren fokussierten Blick auf die jeweilige Rolleninterpretation durch eine erweiterte Sicht auf alle Facetten einer Gesamtproduktion. Ihr ureigenes Repertoire entwickelt sich dabei stetig und beeinflusst ihre Persönlichkeit. Vice versa idem. Persönlichkeitsbildung ist eben ein komplexer Prozess (Foto: Archiv).

la_geckoart_006a_fonUND IMMER WEITER – STEHEN BLEIBEN GILT NICHT!

Ihre Studienzeit an der Wirtschaftsuniversität (Tourismuslehrgang) und am Dolmetschinstitut (Französisch/Spanisch) in den 80er Jahren erweisen sich nach 12 Jahren Sitz-Schulzeit als wenig prickelnd. Ihr Wissenshunger wird nur mangelhaft befriedigt, die wahre Persönlichkeitsbildung sollte woanders stattfinden.

Evelyn Blumenau fühlt sich in ihren künstlerischen Tätigkeiten bestärkt, beendet den Lehrgang, bricht das Dolmetschstudium ab und sucht nach neuen Ausdrucksformen. Neben dem Theater, dem sie zeitlebens verbunden bleibt, ist sie nun auch singend, schreibend und komponierend unterwegs.

Im Jahr 1989 gründet sie als Sängerin gemeinsam mit Kollegen die Musikgruppe NoviSad. In den 90er Jahren startet die Band mit Konzerttournéen. Weiters stehen zwei Lesungskonzerte mit kurios-humorvoller Note auf dem Programm. Das Musikerin-Dasein in Proberäumen, Aufnahmestudios und auf Konzertbühnen treibt die Persönlichkeitsbildung voran.

Zahlreiche CDs, LPs, ein Buch sowie Zusammenarbeiten mit bildenden und darstellenden Künstler:innen, Filmschaffenden und zeitgenössischen Literaten bilden den produktiven Output der Gruppe. Die Gruppe bespielt Bühnen, Clubs und Festivals in Österreich und wird nach U.K., Georgien, Tschechien, Slowenien, Rumänien, Bulgarien und in die USA eingeladen.

Bis zu den Jahren 2020/21 erscheinen 11 Musikalben.
2022 muss sich Evelyn Blumenau aus dem Musikleben zurückziehen, gesundheitliche Gründe geben den Ausschlag. NoviSad bleibt voll Tatendrang, produziert und konzertiert weiter, das kreative Potenzial der Gruppe und eine neue Sängerin machen es möglich.

WENDEPUNKT- STILLSTAND – NEUBEGINN

Nach einer Lungentransplantation im Jahr 2022 eröffnen sich für E. Blumenau neue Perspektiven. Sie setzt gemeinsam mit Walter Kreuz von gecko art künstlerische Schwerpunkte rund um literarisch-auditive Formate. Ihre Themen kreisen um Zeit, Überhöhung der Wirklichkeit und um Zwischenräume der menschlichen Wahrnehmung. Sie tritt vermehrt als Autorin, Komponistin, Vokalistin und Performerin ihrer Werke in Erscheinung und agiert als Lese-Performerin  und in szenisch-musikalischen Programmen im öffentlichen Raum.

  AUDIO – KUNST – UND EINE OFFENE ZUKUNFT

1993 ist das Gründungsjahr von gecko art. Gemeinsam mit dem Kunstschaffenden Walter Kreuz entwickelt Evelyn Blumenau partizipative Audioprojekte und gastiert in Österreich und in zahlreichen europäischen Städten. Die Persönlichkeitsbildung des Künstlerduos Blumenau und Kreuz findet bereits überall statt: Bei Open-Air-Festen auf Straßen, Plätzen, Bergen, in zahlreichen Ländern Osteuropas, im mondänen Paris ebenso wie in Berlin, Frankfurt, in Seminarräumen von Hochschulen oder Auge in Auge mit Menschen vieler Altersstufen, diverser Bildungsgrade und verschiedenster Herkunft (Foto: Georg Oberweger).

Evelyn Blumenau agiert als Sprecherin und Co-Regisseurin, komponiert und co-produziert künstlerische Soundtracks und Audiostücke. Ihre literarischen Beiträge für gecko art fließen in Werke für Audioausstellungen und in Lese-Performances. Die Synergien, die sich aus dieser langjährigen Zusammenarbeit ergeben, bleiben spannend und eröffnen stets einen Blick und ein Ohr in die Zukunft. In diesem Sinne lassen wir die Kunst auch morgen und übermorgen hoch leben. – Unsere Projekte sollen für sich sprechen.

Evelyn Blumenau / Rollen und Werke (Auswahl)

THEATERROLLEN
1981 – 1998

Mizi Schlager – Liebelei/Arthur Schnitzler
Cecily – Bunbury/Oscar Wilde
Pepi Amsel – Frühere Verhältnisse/J.N. Nestroy
Anna – Die Minderleister/Peter Turrini
Babette Biedermann – Biedermann und die Brandstifter/Max Frisch
Ethel Pringle – Wirklich schade um Fred/James Saunders
Die Frau des toten Soldaten – Blut am Hals der Katze/Rainer W. Fassbinder
Dejanira, eine Schauspielerin – Die Wirtin/Peter Turrini
Dame, Dirne, Engel – Der Unvollendete/Helmut Korherr
Frau Rotter/Altes Kind – Rotter/Thomas Brasch
Eine der vier Spinnerinnen des Lebens – Sonnenstein/Octavio Paz
Hanna – Rest/Div. Autoren/Bearbeitung: Johannes C. Hoflehner
Wienerische Personnagen – Wien bleibt Wien …Und das geschieht ihm ganz recht/Div. Autoren/Bearbeitung: Klaus Uhlich
Sokrates, Simplicio, Luther – Ich schulde der Welt einen Toten/Div. Autoren/Textbearbeitung: Theaterverein Meyerhold Unltd.
Ethnologin – Der Kopf des Vitus Behring/nach einem Roman von Konrad Bayer/Textbearbeitung: Theaterverein Meyerhold Unltd.

MUSIKALBEN mit NoviSad

1990 – LP Nuts & Berries, Extraplatte (Gesang)
1992 – CD Dreaming starts here, WCA (Gesang, Texte, Kompositionen)
1994 – Maxi-CD Super oder Normal, WCA (Gesang, Texte, Kompositionen)
1995 – CD Home is in my shoes, WCA&Riva Sound (Gesang, Texte, Kompositionen)
1999 – CD Music For The Time After Rock ’n‘ Roll, WCA (Gesang, Texte, Kompositionen)
2003 – CD Europe’s other side (Gesang),  WCA
2008 – Doppel-CD RISE, Extraplatte (Gesang,Texte, Kompositionen)
2012 – Buch- und CD-Publikation 16 songs – 22 years, Lindo Records (Gesang, Texte, Kompositionen)
2013 – CD Almond Trees & Roses, Lindo Records (Gesang, Texte, Kompositionen)
2016 – CD himmel and hölle, Lindo Records (Gesang, Texte, Kompositionen)
2021 – Doppel-LP Wunderschönes Tier / Best Off, monkey / Schallter (Gesang)

AUDIOSTÜCKE, TEXTARBEITEN, GESANGSKOMPOSITIONEN

2002-2007 – Texte für Wintertheater-Szenen des gecko art-Projekts ‚Der Schlitten mit dem lachenden Rentier‘ (Autorin/Darstellerin/Sprecherin)
2005-2007 – Texte für  Audiomodule der Ausstellung TonAU (Autorin/Sprecherin)
2010 – Instrumentalkomposition ‚Sternenflugsymphonie‘ für das gecko art-Projekt ‚Stimmen unter Sternen‚ (Komposition/Aufnahme)
2013 – Von meiner Weiten – ein Lied für Veza Canetti (Auftragskomposition gemeinsam mit Novi Sad im Rahmen des TASTE-Projekts ‚Veza lebt’)
2015 – Gesangskomposition ‚Stimmdualitäten‘ (Komposition/Gesang)
2016 – Text für Hörspiel ‚3 oben 6 unten / oder / DER HUND IST DUMM‚ (Autorin/Sprecherin)
2017 – Konzeption und Produktion des experimentellen Audiostücks DoiDoi

2019 – Mahmoud und die Kunst des Kopiergesprächs (Sprecherin im Radiofeature)
2020 – Die Luft dieses Sommers (Sprecherin in Live-Performance)
2023 – ‚Moment der Eigenprägung‘ (Komposition/Aufnahme des gleichnamigen Musikstücks für das Audiofeature Grammatik der Stille)
2024 – Traumbilder eines Grönlandwals (Sprecherin in Live-Performance)
2024 – Ein Josefstädter Grätzltraum (Autorin/Leseperformerin in Kooperation mit DAS SPRECH)
2024 – FRAGEN AN MICH SELBST (Autorin/Leseperformerin in Kooperation mit DAS SPRECH)
2025 – CHRONONIMA (Auditive Gestaltung und Kompositionen, Co-Autorin/Darstellerin/Sprecherin in literarischen Audiostücken und Straßenhörspielen. Eine Kooperation mit DAS SPRECH)
2026 – ICH LEBTE IM OXYQUARIUM (Autorin/Leseperformerin in Kooperation mit DAS SPRECH)
2026 – Audioteaser zu ICH LEBTE IM OXYQUARIUM

PUBLIKATIONEN UND ARTIKEL

1992 bis 2016 – Liedtexte und Liedkompositionen für NoviSad (Veröffentlichungen auf Tonträger bei Extraplatte, lindo records)
2007 bis 2010 – Zahlreiche Artikel auf Kulturwoche.at
2010 –  Krone. Verloren. (Buchpublikation bei DAS SPRECH, ISBN 978-3-200-01881-5)
2024 – Kurzfassung von ‚Ein Josefstädter Grätzltraum‘ (Online-Publikation bei DAS SPRECH)
2025 – ‚Wenn Zeit die Bühne betritt‘ / Projektrück- und Rundumblick (Online-Publikation bei DAS SPRECH)

AUDIOVISUELLES
audio  —  visuell  —  musikalisch  —  surrealistisch  —  

Audiovisionen zu
Geräuschcollagen, Texten und Liedern.

——  Zu sehen auf VIMEO

 

Auszeichnungen (Auswahl)

2002 – Hans Czermak-Preis für das Projekt Out of Babel (gemeinsam mit Walter Kreuz, Wien)
2010 – 13. Radiopreis der Erwachsenenbildung (Wien)
2011 – 14. Radiopreis der Erwachsenenbildung (Wien)
2012 – National Winner of the European Podcast Award (Hamburg)
2013 – Nominierung zum 16. Radiopreis der Erwachsenenbildung (Wien)
2014 – Nominierung zum 17. Radiopreis der Erwachsenenbildung (Wien)
2016 – Nominierung zum 19. Radiopreis der Erwachsenenbildung (Wien)
2017 – Nominierung für /// Das glühende Knopfmikro des Berliner Hörspielfestivals (Berlin)
2017 – Nominierung für /// Der Mikroflitzer des Berliner Hörspielfestivals (Berlin)
2017 – 20. Radiopreis der Erwachsenenbildung (Sendung Berufswelten, Wien)
2017 – Nominierung zum 20. Radiopreis der Erwachsenenbildung (Sendung Diese „M“, Wien)
2019 – Qualifizierung für Juvinale-Screening mit ‚Badia- A Secret Tuscan Place‘ (Nachwuchsfilmfest Salzburg)
2020 – 23. Radiopreis der Erwachsenenbildung (Sendung Mahmoud …, Wien)

la_geckoart_007Evelyn Blumenau / Text zum Lied WHAT WILL REMAIN
Veröffentlichung auf der Doppel-CD RISE (2008 Extraplatte, Wien)

Her life was a full one, when She gathered,
her life was a full one, when She shattered.
What will remain, what will sustain,
when She’s gone, when She’s gone?

Her love was a big one, much too big one,
her love was so big once, nobody knows.
What will remain, what will sustain,
when She’s gone? when She’s gone,
when She –

I saw the rain inside, I saw the pain inside,
I saw Her struggling, I saw Her struggling,
when She’s gone, when She’s gone,
when She’s gone.

Dieses Lied ist Teil des Soundtracks zum Radiostück IN THE LINE WITH EARTH von Walter Kreuz.

Auszüge aus Kritiken
zu musikalischen Werken von Evelyn Blumenau

Die österreichische Band Novi Sad zieht nach 22 Jahren Bilanz – mit einer exzellenten Werkschau, die aus Jubiläums-CD und Buch-Biografie besteht (…) Einerseits verstehen sich Sängerin Evelyn Blumenau und Gitarrist Klaus Schuch auf das Schreiben wunderschöner Songs, andererseits haben sie Pioniergeist, Entdeckungs- und Experimentierfreude. Lange „freie“ Instrumentalflächen, Collagen und Lärm-Passagen belegen, dass man sich durchaus gewandt jenseits konventioneller Songstrukturen zu bewegen weiß. (…)
Wiener Zeitung

(…) Evelyn Blumenau singt mit Elfenstimme Ethno-Blues mit folkigen Einschlägen. Für Freunde der Tiger Lillies und von Musik mit balladesk-mittelalterlichem Touch.
Magazin Woman

(…) … in the air. So heisst auch das gleichnamige zweite Stück auf „Rise“, grandiose 13 Minuten lang. Der Musik kann man jedenfalls keine Geschwindigkeitsübertretung vorwerfen, es ist auch kein Trauerspiel. (…) Melancholie ohne Sentimentalität, wie die besten Volkslieder, und es erinnert mich manchmal an Kate Bush zu ihren besten Zeiten. Exzentrisch und akkordeon-lastig überzeugt das siebte Album des Wiener Quintetts um Sängerin Evelyn Blumenau. (…)
Folk World

(…) … Jazzige Tunes, lyrische Melodiebögen und Rocksongs vermischt Novi Sad mit Elementen von Folk bis Noise, eindringlich intoniert von Sängerin Evelyn Blumenau. Ein Sound, der gemäß „himmel und hölle“, dem Titel des 10. Albums, durch emotionale Höhen und Tiefen führt. (…)
Die Stadtspionin

(…) … Evelyn Blumenaus Stimme ist wie immer wundervoll und leitet die Emotionen, wie sie es möchte. In den einzelnen Liedern werden Bilder erschaffen; nicht nur die Liedtexte, sondern auch die musikalische Untermalung der Stimme malt Szenerien aus Wien, aus der Welt, aus dem Universum. (…)
music austria

Auszüge aus Theaterkritiken
zu Auftritten von Evelyn Blumenau

(…) Marion Oswald, Franz X. Schuch, Evelyn Blumenau und Rainer Fischmann setzen mit viel Gefühl für den richtigen, trocken-bissigen Ton Uhlichs Konzept um. (…)
Die Presse

(…) So wird der Abend trotz guter schauspielerischer Leistungen von Evelyn Blumenau und Regisseur Klaus Uhlich zum „Erkennen Sie die Infamie“-Spiel für Aufgeklärte. Das „Wien ist anders“-Werbekonzept schluckt dergleichen mit Appetit, ohne Verdauungsprobleme fürchten zu müssen.
Salzburger Nachrichten

(…) Georg Schmiedleitners Inszenierung denunziert nicht, das zeigt vor allem die Szene beim Pornofilmer: Mit Sensibilität wird hier vorgeführt, wie Menschen in ihrer Verzweiflung ihren Körper verkaufen, aber dennoch einen Rest menschlicher Würde bewahren (Berührend in dieser Szene: Evelyn Blumenau als Anna). (…)
Oberösterreichischer Kulturbericht

(…) „Wirklich schade um Fred“, jammert ein verkalktes Großelternehepaar. Doch während die alte Ethel strickt und ihr Herzblatt Ernst mit dem toten Hund Gassi geht, wird dem lachenden Zuschauer klar, dass diese beiden den armen Fred am Gewissen haben. Zitternd und bucklig machen Dietmar Nigsch und Evelyn Blumenau aus den mord- und lustgetränkten Erinnerungen zweier Senioren eine beißend-makabre Clownerie.
Neue Kronen Zeitung

(…) Zwei unnachahmliche Pärchen sind der Marchese und der Graf einerseits und die zu adeligen Damen ,,umfunktionierten“ leichten Mädchen andererseits. Alois Frank und Alexander Maria Virgolini verkörpern die umwerfend komischen Adeligen, die dumm und lüstern, gefräßig und geldgierig auf die vermeintlichen hochwohlgeborenen Fräuleins hereinfallen. Evi Blumenau als Dejanira ist ein absoluter „Knüller“ in ihrer Rolle als schlaue Schlampe, ihr zur Seite mit gut gespielter Dämlichkeit Barbara Fink als Ortensia. (…)
NEUE Vorarlberger Tageszeitung