LIVE-HÖRSPIEL ‚SAG’S VIELEN … VIELEN!‘

Kontakte knüpfen, sich vernetzen, sich austauschen, auf etwas aufmerksam machen, Informationen teilen – Bertha von Suttner nutzte zur Verbreitung des Friedensgedankens ebenfalls Netze und Kanäle. Nur das Medium hat sich geändert, Papier und Telegraf werden heute durch html-basierte Systeme ersetzt. Die inhaltlichen Anliegen und Beweggründe sind ebenso brisant wie sie es vor 120 Jahren waren.

Termine:

DO, 10.10., 20.00 Uhr: Offenes Kulturhaus Vöcklabruck, Hans Hatschekstraße 24, 4840 Vöcklabruck
FR, 25.10., 19.00 Uhr: Haydn-Bibliothek, Altes Kloster, Fabriksplatz 1a, 2410 Hainburg a/d Donau
MO, 11.11., 19.30 Uhr: Theater am Steg, Johannesgasse 14, 2500 Baden b. Wien

Im Stil eines live vorgetragenen Audiofeatures ist diese Hörspiel-Veranstaltung gestaltet: Es wechseln Erzählung, Information, Sprechrollen, Echtzeit-Sounds, Einspielungen sowie experimentell-lyrische Sprechteile einander ab. Der Audio-Streifzug des Performance-Duos umfasst einen Zeitraum von 130 Jahren. Präsentiert werden biografische Notizen von Suttner, Informationstexte zur Friedensidee und zu internationalen Vereinbarungen sowie Gedanken und Reflexionen zu Sprachbildern in Politik und Medien der Gegenwart.

Denn auch Bertha von Suttner wusste um die Bedeutung von Sprache: Sprache liegt allem zugrunde. Sprache kann radikalisieren, Sprache kann Szenarien vortäuschen und mit falschen Neuigkeiten Menschen mobilisieren. Sprache kann aber auch unterstützen, deeskalieren oder ermutigen.

Die Dame in Schwarz am ehemaligen Schilling-Tausender brach mit einer Latte von morschen Traditionen, kritisierte Kirche, Boulevard, Biederkeit, Hausfrauen-Dasein, Nationalismus gleichermaßen. Und sie hatte schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf das Fehlen einer stabilen Friedensordnung in Europa hingewiesen und vor den Gefahren der internationalen Aufrüstung gewarnt. Als Autorin, Journalistin, Rednerin, Aktivistin trat Bertha von Suttner mit Beharrlichkeit, Penetranz und Unermüdlichkeit für Frieden ein und versuchte länderübergreifend Überzeugungsarbeit zu leisten.

In der 60minütigen Live-Performance des gecko art-Duos werden Jahreszahlen zwischen dem späten 19. und frühen 21. Jahrhundert zu Sprechstationen, in denen sich sprachliche Dokumente dezitiert für Frieden entscheiden (etwa die Genfer Konventionen, die Haager Friedenskonferenzen oder die Charta der Vereinten Nationen). Evelyn Blumenau und Walter Kreuz agieren als ErzählerInnen und unterstützen ihre Textperformance durch Echtzeit-Sounds und Einspielungen. In diesem „Spiel des Hörens“ schwingt stets die Frage mit: Was ist Friede – und gibt es eine Sprache des Friedens?

Das Live-Hörspiel gliedert sich in mehrere Szenen („modulare Audiostücke“). Das Performance-Duo arbeitet mit eigenem Audio-Equipment und benötigt dafür einen Tisch (ca. 200x60cm) sowie einen Stromanschluss (220V). Evelyn Blumenau und Walter Kreuz agieren als SprecherInnen (in unterschiedlichen Rollen), als Sound-Erzeugende und als Tonmischende. Für Auf- bzw. Abbau der Geräte werden je 60 Minuten benötigt. Nähere Informationen bei gecko art.

> Projektjournal zum Projektzeitraum April-Oktober 2018
> Audiovisuelle Kurzinformation zum Live-Hörspiel
> Artikel auf ERWACHSENENBILDUNG.AT
> Alle Veranstaltungstermine

Fotos auf dieser Seite: Eva-Maria Fuhrmann, Angelika Högn, Petra Leban